Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Grosses Schulterklopfen

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg | 23. Januar 2021

Anlässlich der Diskussionssendung von Radio Liechtenstein, an der sich alle Parteipräsidenten der Parteien beteiligten, war grosses Schulterklopfen angesagt. Die Regierung habe in der Coronapolitik hervorragende Arbeit geleistet, so zumindest lautete der Konsens der Parteivertreter. Da sich das Parlament seit geraumer Zeit abgemeldet hat, ist es aber an der Zeit, dass eine breite demokratische Auseinandersetzung stattfindet. In den düstersten Farben malen die Regierenden ein Horrorszenario, um sich anschliessend mit der Ankündigung von freiheitseinschränkenden Massnahmen mit gewaltigen Folgeschäden als erfolgreiche Retter zu präsentieren. Während in der Schweiz zumindest die SVP die Coronapolitik mit der Forderung, man solle Berset das Dossier entziehen, offen kritisiert, ist man bei uns nicht gewillt, Massnahmen offen zu diskutieren oder zu hinterfragen. Fakt ist, der Bundesrat wie auch unsere Regierung scheint den Bezug zur Wirklichkeit verloren zu haben. Anstatt die Risikogruppen, für die eine Infektion eine lebensbedrohende Gefahr darstellen kann, zu schützen, wird weiterhin an einem Giesskannenprinzip von schikanösen Massnahmen festgehalten. Körperliche Absonderung wie Isolation, Social Distancing, Homeoffice, Homeschooling und Quarantäne sind gefährliche Strategien, mit denen der Mensch jede soziale Unterstützung verliert. Mit der Verlängerung der Coronamassnahmen verschärft die Regierung die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Gastronomiebetriebe, die zu Almosenempfängern degradiert wurden und dies, obwohl sie über vorbildliche Schutzkonzepte verfügen. Verständlicherweise fordern auch Zulieferbetriebe der Gastronomie Hilfsentschädigungen. Auch die 5-Personen- Regel für private Treffen sowie das aufgesetzte Maskendiktat ist vollkommen realitätsfremd und stellt eine Einmischung in unser Privatleben dar. In der Bevölkerung macht sich verständlicherweise eine gewisse Coronamüdigkeit breit. Gefragt ist unternehmerische Freiheit und nicht ein blinder Aktionismus. Alain Berset unterstricht, in seiner Pressekonferenz die Planlosigkeit mit dem Satz: «Wir wissen heute nicht, wo wir stehen.» Tatsache ist, dass die IPS-Betten in der Schweiz mit 72 Prozent nicht überlastet sind. Das mutierte Coronavirus aus Grossbritannien, Südafrika und Brasilien basiert offenbar auf Panikmache und rechtfertigt keine Verschärfung der Massnahmen. Die Bevölkerung ist gut beraten, die Landtagskandidaten nach ihrem Standpunkt im Bereich der Coronastrategie ­genau zu durchleuchten. Nur wer den Durchgriff des Staates und die Macht der Exekutive kritisch ­betrachtet, macht sich um die Demokratie verdient.

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung