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Leserbrief

Natürlich ist nicht jede wahr

Urs Kindle, Runkelsstrasse 17, Triesen | 23. Dezember 2020

«Verschwörungstheorien!» ertönt es bisweilen abschätzig – auch vonseiten Lichtensteins Politikern und Journalisten. Es ist schon fast erheiternd, wie sehr sich die Leute davor fürchten, «Verschwörungstheoretiker» genannt zu werden. Warum? Weil dieses Wort oftmals als Kampfbegriff verwendet wird. Es fungiert als Spottschleuder (gegen politische Gegner). Und dient (bewusst oder auch unbewusst) der Verhüllung der Wahrheit. Gewiss, nicht jede «Verschwörungstheorie» ist wahr – denn diesbezüglich findet sich zugegebenermassen auch (viel) Unsinniges. Und doch: Es ist unvernünftig, anscheinend (!) Unsinniges voreilig zu verwerfen. Ist Weltverschwörung nur eine Theorie? Man beobachte die Entwicklung der kommenden Monate kritischen Geistes und urteile selbst.
Blick zurück: Am 15. Juni 1961 versicherte DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht während einer wichtigen Pressekonferenz wörtlich: «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.» Diese Aussage war eine blanke Lüge. Denn nur knapp zwei Monate später, am 13. August 1961, wurde mit dem Mauerbau begonnen. Das heisst: Das, was erst als unsinnige «Verschwörungstheorie» galt, stellte sich letztlich als ungute Verschwörungstatsache heraus.
Analog: Als in den 1940er-Jahren das Gerücht kursierte, zahlreiche Juden würden nach Osteuropa verschleppt und dort (in Lagern) getötet, hielt man dies für eine verrückte «Verschwörungstheorie». Doch schliesslich kam ans Licht, dass es sich um eine schauderhaft koordinierte Verschwörungstatsache (Holocaust) handelte.
Ein weiteres Beispiel: Vor zwanzig Jahren noch galt es als absurde «Verschwörungstheorie», dass massiv Daten (auch unbescholtener Bürger) gesammelt würden. Mittlerweile ist es eine erwiesene Tatsache. Siehe hierzu Interviews des Genies William (Bill) Binney, des ehemaligen Technischen Direktors der NSA. Ebenfalls die Enthüllungen des ehemaligen CIA-Mannes Edward Snowden. Sowie des Investigativjournalisten und Computerexperten Julian Assange. – Nicht Angst ist die Lösung, sondern Gottvertrauen und Gebet.

Urs Kindle, Runkelsstrasse 17, Triesen

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