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Leserbrief

Ungeliebte Ansichten

Norman Wille, Auring 9, Vaduz | 21. Dezember 2020

Ich sehe die zutiefst bedauerlichen Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Ich bin nichtsdestotrotz nach wie vor der Ansicht: Das Vorgehen unserer Regierung wie auch der meisten anderen europäischen Regierungen, allem voran die Verhängung von Lockdowns, sind und waren zu jedem Zeitpunkt unverhältnismässig. Die Kollateralschäden nicht mehr bezifferbar. Die sozialen Folgen lassen sich noch nicht einmal erahnen. Unsere (Schul-)Kinder leiden. Aber, es stimmt: Am vorläufigen Höhepunkt der Pandemie hatten wir an einem einzelnen Tag alleine in den deutschsprachigen Ländern Europas über 1000 Covid-19-Tote zu verzeichnen. Innerhalb von nur 24 Stunden. Am selben Tag starben in denselben Ländern über 2000 Menschen an Krebs. Und über 4000 an Herz-/Kreislaufversagen. Allerdings an jedem einzelnen der 365 Tage des Jahres. Jahrein. Jahraus. Es geht mir zu allerletzt um ein abwägen der einzelnen Todesfälle. Einem Menschen, der sterben muss, ist es vermutlich völlig gleichgültig, ob es ein Krebs- oder Covid-Leiden ist. Ich möchte aber gerne, dass wir uns das wieder vermehrt ins Bewusstsein rufen: Wir leiden. Und wir sterben. Aber nicht nur an Covid-19. Das sollten wir alle nicht vergessen. Auch alle anderen, nicht nur die Covid-19-Patienten benötigen unsere möglichst ungeteilte Aufmerksamkeit. Und – finanzielle Mittel. Nicht der Staat kann uns vor Krankheit schützen. Sondern nur wir selber. Die Gefahr für unser Leben kommt allzu oft nicht von aussen. Sie lauert tief in uns selber. Seien wir zuallererst mit uns selber wachsam. Das ist der beste Schutz. Auch gegen Covid-19.

Norman Wille,
Auring 9, Vaduz

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