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Leserbrief

Was ist erhaltenswert?

Klaus Biedermann, Im Mühleholz 39, Vaduz | 18. Dezember 2020

Erfreulich ist, dass das denkmalgeschützte Hagen-Haus in Nendeln nun saniert wird und eine neue Bestimmung erhält. Das 1837 fertiggestellte Wohn- und Amtshaus, in dem zuerst der spätere Postmeister und Eschner Vorsteher Josef Alois Schlegel wohnte, verdient diese Aufmerksamkeit und Pflege. Ob hingegen der Landgasthof «Mühle» in Vaduz wirklich so erhaltenswert ist, ist für mich fraglich. Ich kann nachvollziehen, dass persönliche Erinnerungen mit diesem Landgasthof verbunden sind und sich viele deshalb mit dem Abbruchentscheid schwer tun. Mir scheint aber, dass der Vaduzer Gemeinderat den Entscheid zum Abbruch nicht leichtfertig gefällt hat. Befürwortende Stellungnahmen zum Erhalt der «Mühle» widerspiegeln die berechtigte Sorge um die Entwicklung des gesamten Quartiers. Wenn aber jemand die «Mühle» zu den drei schönsten Gebäuden von Vaduz zählt, nebst Rathaus und Regierungsgebäude (Leserbrief Sigmund Elkuch, 7. November), dann kann ich nicht mehr folgen. Wo bleiben in dieser Aufzählung andere Bauten, wie das Rote Haus, das Schloss oder die Pfarrkirche? Auch das denkmalgeschützte Häuschen im oberen Fuksaloch, in dem ich zur Miete wohnen darf, hat definitiv mehr Charme als die «Mühle» aus den 1970er-Jahren. Ebenfalls erhaltenswerter als die «Mühle» ist meines Erachtens der derzeit verwaiste «Falknis» im Ebenholz-Quartier, zumindest dessen 1925 fertiggestellter Kernbau. Architekt des «Falknis» war Ernst Sommerlad, der auch die 1927-28 erbaute Pfälzerhütte entworfen hatte. Als Historiker gehörte ich mehrere Jahre der Denkmalschutz-Kommission des Landes Liechtenstein an. Folglich erlaube ich mir die oben skizzierte Einschätzung zu «Mühle» und «Falknis».

Klaus Biedermann, Im Mühleholz 39, Vaduz

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