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Leserbrief

Druck ist im Moment noch zu wenig gross

Gerner William Quellenstrasse 8, Eschen | 14. Dezember 2020

«Die DpL unterstützt den öffentlichen Verkehr ...», kann man in ihrem Parteiblatt «transparent» lesen. Wir brauchen statt Absichtserklärungen aber die Unterstützung bei konkreten Projekten. Es hilft auch nichts, wenn man den Leuten die Busabos schenkt. Unsere Linienbusse werden nur mehr benutzt, wenn man schneller von A nach B kommt. Solange die Zahl der Autos auf unseren Strassen und dadurch die Staus zunehmen, stehen auch die Busse im Stau. Es gibt eigentlich nur vier realistische Lösungen: andere Verkehrsmittel schaffen und nutzen (Chance mit der Bahn bereits vertan), Unter- oder Überführungen bei der Bahn, neue Strassen und viele neue Busspuren bauen. Ich weiss natürlich, dass Letzteres äusserst schwierig ist, denn wir können ja nicht ganze Häuserreihen abreissen. Der Bau von neuen Strassen scheitert meist aus Umweltschutzgründen oder am Widerstand der Bodenbesitzer. Balzers hat zum Beispiel mit ihrer Nordumfahrung das Dorf enorm aufgewertet. Wenn wir in Zukunft nicht viele Autofahrer von der Strasse wegbekommen, helfen langfristig vermutlich nur Grossprojekte. Ich denke da an eine neue Strassenführung in Nendeln, eine Südumfahrung von Eschen, eine Nordumfahrung von Schaan, ein Industriezubringer Vaduz – Triesen, diverse Tunnels und eine völlige Neugestaltung der Rheinbrücken. Ich weiss, dass schon diese Gedanken bei vielen Leuten Kopfschütteln auslösen. Das von Daniel Risch vorgelegte Mobilitätskonzept, das von allen Seiten parteiübergreifend gelobt wurde, ist eine gute Grundlage für die nächsten Schritte. Für die Umsetzung bin ich eher pessimistisch, denn der Druck ist im Moment noch zu wenig gross. Auch die Oppositionsparteien müssten ihren Beitrag leisten. Mit populistischem Neinsagen lösen wir das Verkehrsproblem nicht.


Gerner William
Quellenstrasse 8, Eschen

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