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Leserbrief

Regierung und Volkshymne

Hansrudi Sele, Pradafant 1, Vaduz | 12. Dezember 2020

Die Regierung sieht keinen Handlungsbedarf zur Suche einer neuen Landeshymne, so lautet das Fazit der kurzen Antwort auf die Anfrage der Landtagsabgeordneten Susanne Eberle-Strub (vgl. www.landtag.li). Die Regierung könne die vorgebrachten Kritikpunkte zur Landeshymne nicht nachvollziehen.
Nun denn, für den Nachvollzug der Kritik müssten sich die zuständigen Personen mit den im Laufe der Zeit sich ergebenen Unzulänglichkeiten befassen. Bereits in Band 104 des Liechtensteinischen Historischen Jahrbuches (2005 erschienen) hat Josef Frommelt die meisten Schwachpunkte aufgelistet.
Der undifferenzierten Antwort der Regierung fehlt jede Zukunftsperspektive. Die Aussenwirkung der Nationalhymne bei internationalen Anlässen wird völlig ausser Acht gelassen. Nach Meinung der heutigen Regierung werden die Liechtensteiner also auch bei der 400-Jahrfeier – bis dahin sind es nur noch 98 Jahre! – die heutige Volkshymne singen. Ob sie so lange hält? Nach meiner Wahrnehmung wünschen sich immer mehr Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner eine zeitgemässe, eigenständige Nationalhymne, mit der sie sich wieder identifizieren können. Die Problemlösung ist nun jedoch in bewährter Manier aufgeschoben. Ich für mich habe das Kapitel Volkshymne für den Moment auch aufgeschoben.

Hansrudi Sele,
Pradafant 1, Vaduz

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