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Leserbrief

Sind wir Chinas Schulmeister?

Dietrich Theurer, Maseschastrasse 83, Triesenberg | 9. Dezember 2020

China ist in der Vergangenheit von den Europäern nachhaltig in Demokratie und Menschenrechten unterwiesen worden. In Europa wird das vielleicht ignoriert.
Im 19. Jahrhundert wurde China durch die zwei Opiumkriege unter grossen Opfern durch die westlichen Imperialisten geknechtet.
1900 mischten sich die Kolonialmächte in den Boxeraufstand ein. Der deutsche Kaiser entsandte eine Flotte mit der Devise «Gefangene werden nicht gemacht» und heizte in seiner berühmten «Hunnenrede» gegen die Chinesen auf.
1904 erzwang im Auftrag Englands Sir Francis Younghusband die Unterwerfung Tibets unter Aufgabe von deren Souveränität.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Deutschland seine Kolonien abzutreten, darunter auch die Provinz Kiautschou, die den Chinesen abgenommen worden war. Diese wurde dann aber nicht China als dem rechtmässigen Eigentümer zurückgegeben, sondern Japan unterstellt.
Wer glaubt, das vergessen machen zu können, unterschätzt das geschichtliche Bewusstsein der Chinesen. Auf die westlichen Belehrungen in Sachen Menschenrechte und Demokratie geben sie keinen Pfifferling.

Dietrich Theurer,
Maseschastrasse 83, Triesenberg

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