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Leserbrief

Sapperlot

Karin Jenny, Untere Rüttigasse 5, Vaduz | 9. Dezember 2020

Zum «Sapperlot» im «Vaterland» vom 7. Dezember:
Da hat einer mit der grossen Kelle angerührt. Heute, einen Tag vor Maria Empfängnis. Damian Beckers Kommentar strotzt vor Unwissenheit und vor allem Respektlosigkeit gegenüber dem Thema «HalbeHalbe» und gegenüber den Frauen und Männern, die sich mit Engagement dafür einsetzten, damit sich die politische Landschaft verändert und die Männerdominanz aufgebrochen wird.
Seine Schlussfolgerung, nämlich, dass «HalbeHalbe» auch daran gescheitert sei, weil sie «anstatt eine Brücke über den Graben zu bauen, eine halbfertige angezündet haben», ist arrogant und anmassend. Er zeigt aber auch, wie unfassbar versteinert das Denken mancher und wie ungenügend das Wissen um eine mögliche Geschlechterquoten ist. Herr Becker, wir haben zurzeit eine Männerquote, mit 88 Prozent eine entschieden zu hohe. Männer werden gewählt, weil sie Männer sind. Mehr Frauen im Landtag zu haben, heisst nicht, wie Sie es suggerieren, «Frauen» zu vertreten; ich weiss nicht, welches Jahrhundert Ihr Denken prägt, aber es dürfte sich herumgesprochen haben, wie schädlich sich reine Männergremien auf die Gesellschaft auswirken. Eigentlich müsste ich Ihnen nach Ihrem Kommentar dringend mindestens einen Workshop in Sachen politischer Bildung empfehlen. Aber vorläufig würde es ­genügen, wenn Sie Ihre abstrusen Ausflüge einem Redaktionsmitglied zum Gegenlesen geben, das weniger unausgegorene Schlussfolgerungen zieht. Und nein, da geht es nicht um Meinungsfreiheit. Sie haben als Journalist eine Verantwortung und sollten zumindest auf der Sache­bene kompetent sein. Es kann nicht sein, dass das, was Sie unter «­Sapperlot» unter die Menschen bringen, irgendwann Allgemeingut wird.

Karin Jenny,
Untere Rüttigasse 5, Vaduz

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