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Leserbrief

«Jäger Martin Seger entschlossen»

Michael Hilti, In der Stein-Egerta 18, Schaan | 4. Dezember 2020

Meinen letzten Leserbrief schrieb ich 2007 und wollte es eigentlich dabei belassen. Die tendenziösen, verallgemeinerten und fast klassenkämpferischen Ausführungen von «Jäger Martin Seger» (Interview im «Volksblatt» vom 27. November) zwingen mich als langjährigen Mitpächter der Lawena und damit Teil des angesprochenen Kerngebietes, dies nun doch zu tun. Diese Pauschalierungen und Unterstellungen mit dem klaren Ziel, ein falsches Bild zu erzeugen, kann ich so nicht stehen lassen. Warum?
«Alter»: Das Durchschnittsalter unserer Jagdgesellschaft Lawena ist heute 51 Jahre und nicht 70. Herr Seger unterschätzt, dass Personen ab 60 oftmals viel mehr Zeit haben als jüngere, die voll im Berufsleben stehen und Familien gründen.
«Herrenjagd»: Über alle vielen ­Jahre unserer Jagdpacht haben wir immer sehr darauf geachtet, eine gute, kameradschaftliche Mischung von Jägern aus allen Volksschichten zu haben und damit vielen Jägern die Möglichkeit gegeben, mit uns zu jagen.
«Geld und Eigeninteresse»: Die Unterstellung des Vorrangs des Eigeninteresses für Trophäen gegenüber dem Interesse der Gesellschaft ist einfach zu begegnen, Herr Seger sollte bitte bei den jährlichen Hegeschauen etwas genauer hinschauen.
Beim Bezug auf das Meile-Gutachten bezüglich der ständigen Störung des Wildes durch die Jäger wird unterschlagen, dass hier flankierende Massnahmen wie u. a. absolute Ruhezonen, Wegverbote etc. als unbedingt notwendig und zeitgleich eingefordert wurden. Nichts von dem ist aber effektiv umgesetzt worden, wahrscheinlich aufgrund des von Herrn Seger immer so betonten Interesses der Gesellschaft. Offensichtlich ist, dass ein Systemwechsel ähnlich zur Patentjagd im Bündnerland angestrebt wird, vergessen dabei wird aber, dass dort mit dem Nationalpark grosse Ruhegebiete bestehen, die wir so nicht haben. Dass ein solcher Systemwechsel nicht zuletzt aus Eigennutz angestrebt wird, ist jedermanns gutes Recht – aber nicht so und auf diese tendenziöse Weise!

Michael Hilti,
In der Stein-Egerta 18, Schaan

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