Volksblatt Werbung
Leserbrief

Engagement von Ludwig Schädler

Ursula Schlegel, Lavadinastrasse 51, Triesenberg | 4. Dezember 2020

Mit Deinem Einsatz zum Erhalt des bestehenden Dorfzentrums sprichst Du das an, was viele Einwohner der Gemeinde gleichermassen beschäftigt. Es ist für viele unverständlich, dass Gebäude des Dorfzentrums – inklusive Walsermuseum – abgebrochen werden sollen.
Vor nur rund 40 Jahren konnte das gelungene, gut durchdachte Gesamtprojekt «Triesenberger Dorfzentrum» eingeweiht werden. Mit Kirche, Rathaus, der alten Post und dem Restaurant Edelweiss bildete der neue Gebäudekomplex – bestehend aus Post, Bank, Arztpraxen, einem Hotel mit Restaurant und ­einem Dorfplatz für Festivitäten – eine harmonische Einheit und vereinte all das, was für die Bewohner eines Dorfes wichtig ist. Viel Beachtung fand damals – wie auch bis vor kurzer Zeit noch – das Walsermuseum, das für die Gemeinde von hohem, kulturellem Stellenwert ist. Mit grosser Kenntnis der Walserkultur und mit viel Liebe wurde das Museum unter der Leitung von Josef Eberle gestaltet und fand ­international grosse Beachtung. Wichtiger Teil des Museums war der Ausstellungsraum mit den Holzplastiken, einem Geschenk von Rudolf Schädler an die Gemeinde Triesenberg.
Dass diese wertvolle Kunstsammlung in Schachteln verpackt, und der von Künstler Martin Frommelt harmonisch gestaltete Raum umfunktioniert wurde, ist unverständlich. Das damit verbundene Argument der Nazivergangenheit des Künstlers lässt nur leer schlucken.
Wäre es nicht an der Zeit, über den Erhalt des gelungenen Dorfzentrums nochmals nachzudenken, ­eine sanfte Renovierung der bestehenden Gebäude ins Auge zu fassen und dem Walsermuseum mit den wertvollen Holzplastiken den nötigen Raum zu erhalten. Vielleicht braucht es weniger teure Projekte auswärtiger Firmen, aber vielmehr die Erfahrung der älteren Generationen, die vor 40 Jahren ein zukunftsgerichtetes und tolles Projekt realisierten. Sie werden nicht in den vordersten Reihen lautstark ihre Visionen verkünden, bestimmt aber durch Erfahrung viel zum ­guten Gelingen offener Probleme beitragen – Erhalt der bestehenden Bausubstanz, Nutzung der gemeindeeigenen Grundstücke für weitere Projekte wie Dorfladen und Alterswohnungen.


Ursula Schlegel,
Lavadinastrasse 51, Triesenberg

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung