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Leserbrief

Dank SFL-Zahlen ­erneuter Durchblick – SFL zockt ab!

Ernst Hasler, Grüschaweg 4, Triesenberg | 2. Dezember 2020

Noch als Sportjournalist hatte ich vor einigen Jahren (2014–2017), als der FC Vaduz in der Super League mitgespielt hatte, die Zahlen aufgedeckt, was der FC Vaduz jeweils pro Saison an die Swiss Football League (SFL) zu bezahlen hat. Der Finanzchef der SFL, Ancillo Canepa – seines Zeichens FCZ-Präsident –, hat in seinem aktuellen Finanzbericht die Zahlen 2019/20 präsentiert. «Der Mehrertrag aus den diversen Einnahmen resultierte aufgrund eines höheren Beitrages des FC Vaduz und LFV», schrieb Canepa u. a. in seinem Bericht und nannte die Mehreinnahmen von 159 309 Franken. Wer die Details kennt, weiss, dass diese Mehrzahlungen aufgrund des Vorstosses des FC Vaduz in die dritte Runde der Europa-League-Qualifikation 2019/20 resultierten; je weiter der FCV vorankommt, je mehr Geld holt sich die SFL von ihrem Mitglied! In der Saison 2015/16, als ich erstmals detaillierte Zahlen der Öffentlichkeit präsentierte, war neu, dass jede Runde, die der FCV in der Europa League weiter vorstösst, auch zu einer höheren Abgabeleistung an die SFL führt. Ein absolutes Unding, zumal der FL-Cup grundsätzlich eine Sache zwischen der Uefa und dem Liechtensteiner Fussballverband (LFV) ist. Offenbar war das Gerüchten zur Folge eine Forderung von FC-Sion-Präsident Constantin.
Zurück zur aktuellen Rechnung 2018/19: Gemäss der heimste die SFL 603 710 Franken ein. Gemäss offizieller LFV-Jahresrechnung hat der LFV 309 750 Franken an den SFV bezahlt. Somit musste der FC Vaduz im Vereinsjahr 2018/19 (Challenge-League-Saison) 293 960 Franken an die SFL leisten. Das war der Challenge-League-Zugehörigkeit geschuldet. Nachdem der FCV nun aufgestiegen ist, nimmt das Budget ein verändertes höheres Ausmass an. 1,375 Mio. Franken hat die SFL budgetiert für die Saison 2020/21. Gegenüber der Vorsaison ist das eine Erhöhung von 811 384 Franken und der Super-League-Zugehörigkeit des FC Vaduz geschuldet. Hätte der FCV wie im Vorjahr den Vorstoss in die 3. Runde der Europa League geschafft, hätte sich der «Beitrag» des FC Vaduz auf fast 1 Mio. Franken erhöht, wie schon am 21. April 2017, als ich die Zahlen der Saison 2015/16 veröffentlicht hatte. Damals bezahlten der FCV und der LFV satte 1,061 Mio. Franken. Dem FC Vaduz war aufgrund eines Stillschweige-Abkommens quasi ein Maulkorb auferlegt worden, darüber zu informieren. 270 750 Franken bezahlte der LFV in der Zeitspanne 2015/16 an den Schweizerischen Fussballverband (SFV) als Abgeltung für die Trainer- und die Schiedsrichterausbildung. Drei Jahre später – nachdem der FC Vaduz wieder in der Belle Etage spielt – muss er wieder kräftiger in den eigenen Sack greifen. Die erste Mio. Franken des FCV-Budgets 2020/21 fliessen somit ein weiteres Mal in die SFL oder besser gesagt zur Konkurrenz in der Super League.
Problematisch ist, dass der FCV zwar wie jeder der neun weiteren Super-League-Vereine vom Sockelbeitrag partizipiert, aber die Konkurrenten müssen nicht zusätzlich wie der FCV quasi eine «Startentschädigung» bezahlen. Zudem muss der FCV bei einer Europacup-Teilnahme ebenfalls Zahlungen leisten; das passiert im Falle der Teilnahme der Schweizer Vereine bestimmt nicht. Die SFL zockt erneut ab; ein «Dankeschön» den Schweizer Partnern!

Ernst Hasler,
Grüschaweg 4, Triesenberg

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