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Leserbrief

«Mühle» abreissen? Dorfzentrum bitte nicht!

Ludwig Schädler, Spennistrasse 43, Triesenberg | 30. November 2020

Wenn der Vaduzer Gemeinderat beschliesst, am Dorfrand den 43 Jahre alten Landgasthof «Mühle» abzureissen, so tun auch «Bärger» wie zum Beispiel Otto Beck in den Landes­zeitungen ihre Meinung kund. Wenn in der Heimatgemeinde Triesenberg der Walserkultur das Herz herausgerissen wird mit der Verschandelung und der Zweckentfremdung des ­Museums sowie mit der vertragswidrigen Aussiedlung der Plastiken aus Baumgebilden – und wenn nach zweimaliger Sanierung des 1980 ­fertig gestellten Dorfzentrums kern­gesunde Bausubstanz zerstört, viel Raumvolumen ohne Not aufgegeben wird, so scheint das kaum jemanden zu stören und es getrauen sich einzig noch Josef und Klaus ihre Stimme dagegen zu erheben. Im Anschluss an das durchgeführte «Dorfcafé» ist dann mit Alt-Vorsteher Alfons Schädler noch jemand dazugekommen, der seinem Unmut Luft gemacht hat über den, wie er sagt «unsinnigen und unvernünftigen Abbruch». Es hat ihn «verjagd» oder wie er es ausdrückte «as hed mi mümma glitta». Er schlägt im Sinne einer zweckmässigen und kostengünstigen Gesamtlösung vor, auf dem gemeindeeigenen, angrenzenden Areal der früheren Bäckerei Schädler/Sägerei Lampert all das zu erbauen, was im Dorfzentum noch ein Bedürfnis ist. Die jetzigen Bauten bleiben bestehen, können anderweitig genutzt oder vermietet werden. Zu sehen und hören auf YouTube ­unter «bäärger teema». ­Interessierte ohne Internet können den von ­Alfons gesprochenen Text in Papierform gerne bei mir anfordern. Lieber Otto, es ist erfreulich, wenn dir Objekte in Vaduz am Herzen liegen. Es wäre schön, wenn du dich auch für den Erhalt noch jüngerer Bauten in der Heimatgemeinde interessieren und einsetzen würdest. Du könntest zum Beispiel ­deinem Neffen Christoph die von ­Alfons angeregte Lösung ans Herz legen und so dazu beitragen, dass unser schönes Dorfzentrum nicht weiter zerstört, sondern erhalten bleibt und gleich angrenzend mit ­allen nötigen Bauten optimal ergänzt wird. Damit würde dem Leitbild «Läba erläba» nachgelebt, wo es heisst «das breit gefächerte kulturelle Angebot und die kulturellen Einrichtungen sind verbindliches Element im Dorfleben» oder «die politische Kultur ist geprägt von offenem und konstruktivem Dialog» oder «Triesenberg lebt eine ehrliche und offene Kommunikationskultur». Herzlichen Dank, wenn du deinen Neffen daran und auch die vielen Versprechungen in der letzten Wahlbroschüre erinnerst, denn es scheint leider vieles in Vergessenheit geraten zu sein.

Ludwig Schädler, Spennistrasse 43, Triesenberg

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