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Leserbrief

DpL: Technologie nicht verstanden

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 30. November 2020

Auf der Homepage der Alternative für Deutschland, AfD genannt, steht: «Kohleausstieg: Eine Zukunft mit Elektroautos und CO2-Steuer ist ­zu stoppen.» Auf Grund nicht bewiesener Hypothese eines allein menschengemachten Klimawandels wird unsere Industrie planwirtschaftlich umgebaut, gewachsene Kultur- und Naturlandschaften werden rücksichtslos zerstört sowie unsere Freiheiten beschnitten, meint die AfD. In einem weiteren Satz steht, dass Entwicklung moderner Umwelt-, Energie- und Agrar-Technologien für weltweiten Umweltschutz zu intensivieren sei. Die AfD argumentiert da bewusst mit «Gegensätzlichkeit». Dass der Umweltschutz sowie der Ausstieg aus der Kohle- und Atomstromversorgung, auch die CO2-Steuer, benutzt wird, um Stimmenfang zu betreiben, gehört zur Parteienarbeit der AfD. So fahren auch U. Hoch und H. Elkuch von der DpL knallhart die Vorstellungen der AfD bezüglich Energieversorgung, Energienutzung, Mobilität, CO2-Steuer und den Klimawandel. Geschrieben wird, dass der Kohleausstieg und die Elektroautos eine Illusion sind und unseren Wohlstand zerschlagen. Die Elektrofahrzeuge werden Arbeitsplätze gefährden. In der kürzlich erschienenen Publikationen der DpL werden Widersprüche in die Texte eingebaut, als wären es Wahrheiten und absolut belegtes Wissen. Elkuch schreibt: «Der Energieverbrauch für Öl- und Erdgasheizungen in Liechtenstein liegt bei circa 400 000 MWh. Der Energieverbrauch im Strassenverkehr zwischen 250 000 bis 300 000 MWh. Bei Heizungen ist das Einsparpotenzial daher grösser und auf giftige Batterien kann verzichtet werden.» Die eine Zahl ist ­sicherlich höher als die andere! Die Wirkungen auf unsere Gesundheit und Umwelt können aber unterschiedlicher nicht sein. Über solche Bonmots kann man nicht schmunzeln. Da hat die Hoval die vergangenen Jahrzehnte die Wirkungsgrade und den Schadstoffausstoss bei Öl- und Gasheizungen markant verbessert, man kann sagen, dass es derzeit nicht besser geht. Und jetzt meint Elkuch, dass da noch beträchtliches Energieeinsparpotenzial vorhanden ist und deshalb auf giftige Batterien zu verzichten sei. Das sind Vergleiche, die hinten und vorne hinken. Zeitungen sind einem journalistischen Kodex verpflichtet und Parteien sollten sich eigentlich auch daran halten. Die AfD schert da aus und ist mit solchen Bonmots nur auf Stimmenfang, nun auch die Liechtensteinische DpL. Jedenfalls ist der Vergleich von Elkuch gerade umgekehrt. Die technologische Entwicklung von Öl- und Gasheizungen ist ausgereizt und markante Verbesserungen sind nicht mehr zu erwarten. Benzin und Dieselautos haben einen durchschnittlichen Wirkungsgrad, je nach Fahrweise bei unseren Strassenverhältnisse mit Berg- und Talfahrten, von rund 25 Prozent. Der Rest der Energie verpufft in Form von Wärme und Luftschadstoffen an unsere direkte Umwelt. Sicherlich wurden die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren immer besser, aber sie können nie die Effizienz eines Elektrofahrzeuges erreichen. Inwiefern nun die Elektroautos mit ihren Batterien giftig beziehungsweise giftiger als Benzin- und Dieselautos sind, möge Elkuch doch bitte belegen. Dass es immer wieder grässliche Öltankerhavarien mit praktisch irreversiblen Umweltschäden entlang von Meeresküsten gibt, wird mit keinem Wort erwähnt. Von der Luftschadstoffbelastung durch Verbrennen fossiler Energie ganz zu schweigen. Solches sollte bei Vergleichen gemacht werden und nicht lapidar mit dem Begriff: «Gift», eine Technologie, umschrieben werden, die man anscheinend in seiner Tragweite noch nicht verstanden hat.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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