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Leserbrief

COVID-19 und die Sorgen junger Menschen

Tarik Hoch, Bergstrasse 16, Triesen | 28. November 2020

Obwohl die Wahrscheinlichkeit, an einem schweren Fall von COVID-19 zu erkranken, bei jungen Menschen am geringsten ist, haben diese während der Pandemie viel geopfert, um zum Schutz der Risikogruppen beizutragen. Die extremen staatlichen Massnahmen, die zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie ergriffen wurden, haben sich unverhältnismässig stark auf die jüngeren Generationen ausgewirkt. Es ist wichtig, sich den Zusammenhang zwischen den enormen Einschränkungen und den Kosten bewusst zu machen, die vor allem bei den jüngeren Generationen entstehen. Wir sollten erkennen, dass es nicht möglich ist, das Virus durch irgendein Mass an Einschränkungen vollständig zu eliminieren. Weitere Einschränkungen werden nur noch mehr Schaden für die Zukunftsaussichten, vor allem junger Menschen, anrichten. Es scheint, dass die Auswirkungen für junge Erwachsene auf der Regierungsagenda nur ganz unten angesiedelt sind. Es ist zutiefst beunruhigend, dass viele legitime Bedenken in Bezug auf Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildung, soziale Kontakte und psychische Gesundheit so leicht abgetan werden. Stattdessen konzentrieren sich viele nur darauf, junge Menschen als überaus egoistisch darzustellen. Im Laufe des Jahres wurde in vielen Ländern das Bildungswesen fundamental gestört und nicht zuletzt die Jugendarbeitslosigkeit auf ein Rekordniveau getrieben. Viele der Sektoren, in denen junge Menschen traditionell eine Beschäftigung finden, sind von den staatlichen Restriktionen am stärksten betroffen. Weil junge Menschen jedoch kaum an COVID-19 erkranken, sollte es im Interesse aller sein, die Unternehmen offen zu halten und ihnen die Chance zu geben, sich vor dem finanziellen Ruin zu retten. Während der gesamten Krise wurde das Wohlergehen junger Menschen nicht ausreichend berücksichtigt. Seit Beginn des akademischen Jahres wurden vor allem Studenten willkürlich behandelt. Da man ihnen suggerierte, dass ihre Vorlesungen stattfinden würden, reisten sie vielerorts in ihre teuren Studentenunterkünfte. Sie glaubten, dass sich das akademische Jahr in einem Zustand relativer Normalität entfalten würde und dass ihre Anwesenheit erforderlich sei. Stattdessen stellte sich heraus, dass die meisten Kurse online durchgeführt werden. Zurecht sagte Friedrich August von Hayek einst: «Es mag hart klingen, aber es ist wahrscheinlich im Interesse aller, dass in einem freiheitlichen System die voll Erwerbstätigen oft schnell von einer vorübergehenden und nicht gefährlichen Erkrankung geheilt werden um den Preis einer gewissen Vernachlässigung der Alten und Sterbenskranken.»

Tarik Hoch, Bergstrasse 16, Triesen

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