Leserbrief

Die Komfortzone

Ladina Schädler, Hubbündt 8, Eschen | 31. Oktober 2020

Plötzlich sehen wir uns alle einem bedrohlichen, unbekannten Virus gegenüber. Handlungsbedarf ist angesagt. Unsere gewohnte Lebensweise wird innerhalb kürzester Zeit eingeschränkt und verändert. Für die meisten sind die einschneidenden Sicherheitsmassnahmen plausibel, schliesslich sollen sie uns vor einer Erkrankung schützen. Meiner Meinung nach eine interessante Situation, wenn man sich die jahrelange Bedrohung durch die Klimakrise vor Augen führt, die wir keineswegs wirkungsvoll bekämpfen.
Denn sobald eine Diskussion darüber aufkommt, mit welchen Massnahmen wir unsere Umwelt schützen und die Welt vor einer Klimakrise bewahren können, sind wir nicht dazu bereit, einschneidende Massnahmen einzuführen und zu akzeptieren. Wir fühlen uns nicht direkt betroffen, wollen die Bedrohung nicht sehen und deshalb unsere Komfortzone nicht verlassen. Politiker scheinen stets besorgt zu sein, der Wirtschaft durch umweltschützende Massnahmen zu schaden und den Leuten auf die Füsse zu treten, was momentan nicht der Fall zu sein scheint. Schon Jahrzehnte lang schieben wir den Klimaschutz vor uns her. Doch sobald die Menschheit sich selbst mit einer direkten Gefahr konfrontiert sieht, wird in kürzester Zeit gehandelt. Grund dafür ist meiner Meinung nach unser kurzfristiges und egoistisches Denken, das auch die Klimakrise erst verursacht hat. Lauert die Gefahr vor unserer Haustür und bedroht unsere eigene Existenz, sind wir dazu bereit, uns einzuschränken, da wir uns betroffen fühlen und schon nach kurzer Zeit der Einschränkung eine Veränderung erkennen können. Die Klimakrise kann leicht aus dem eigenen Leben ausgeblendet werden, da wir nicht täglich damit konfrontiert werden. Ausserdem werden wir durch Ergreifung von umweltschonenden Massnahmen nicht gleich mit einer Verbesserung belohnt, was uns jegliche Motivation zu rauben scheint, uns zu verbessern. Die jetzige Situation ist ein Beweis dafür, dass es jederzeit möglich ist, eine wirkungsvolle Klimapolitik zu führen und jegliche Argumente, die bis jetzt aufgeführt wurden, um nicht handeln zu müssen, nur Ausreden waren.

Ladina Schädler,
Hubbündt 8, Eschen

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