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Leserbrief

Die RhB funktioniert in allen Belangen

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 24. Oktober 2020

Der Vorstand des Verkehrs-Clubs Liechtenstein (VCL) macht darauf aufmerksam, dass die Bahn Zukunft hat. Dem kann man vollumfänglich zustimmen. Wenn das Bevölkerungswachstum in Liechtenstein die nächsten 30 Jahre so weitergeht wie bis anhin, so muss man irgendwann auf ein schienengebundenes, öffentliches Verkehrsmittel setzen. Je früher desto besser.
Der VCL verweist auf die 427 Millionen Euro Investitionen von 2021 bis 2026 für den öffentlichen Verkehr im nördlichen Vorarlberg.
Das ist beachtlich und zeigt, dass in Vorarlberg dem öffentlichen Verkehr nach wie vor die volle Beachtung geschenkt wird.
Der VCL hat für eine Lösungsbearbeitung unseres öffentlichen Verkehrs die vergangenen 20 Jahre ihr Kimme und Korn der Zielhilfe leider nur Richtung Norden eingestellt gehabt. Südlich von Liechtenstein, ab Landquart, tut sich aber auch einiges. Und das seit 1889. Das Streckennetz der Rhätischen Bahn (RhB) führt von Landquart bis ­Zermatt, St. Moritz gar bis Tirano in Italien. Ein Teil vom Streckennetz wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt. Jetzt kommt noch dazu, dass die RhB kürzlich als bester Arbeitgeber der Schweiz ausgezeichnet wurde. Die RhB funktioniert in allen Belangen.
Die neuen RhB-«Capricorn»-Triebzüge sind nicht ohne. Es sind Stadler-Rail-Produkte und werden unweit von Liechtenstein am Bodensee hergestellt. Die Beschaffung von 56 «Capricorn»-Triebzügen ist das grösste Rollmaterial-Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Rhätischen Bahn. Diese «Capricorn»-Triebzüge erfüllen die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes und haben ausreichend Platz für Velo, Mountenbike, Ski, Sport­geräte, Kinderwagen und Gepäck. Dank breiter Türen und der niveaugleichen Höhe des Ein- und Aus­stieges mit dem Bahnhofniveau ist der Fahrgastwechsel schnell und ­bequem ohne jegliches Treppen­steigen möglich. Das kann die ­Normalspur der ÖBB nicht bieten.
Aus Fairnessgründen wäre es schön, wenn der Vorstand vom VCL nun diese wesentlichen Vorteile der RhB-Meterspur anerkennt und in Zukunft manchmal auch ein wenig würdigt und nicht immer nur nach Norden schaut.
Der VCL hat in seiner Lesermeinung ja selbst erwähnt, dass der Ausbau der ÖBB-Strecke Feldkirch-Buchs zur «S-Bahn Liechtenstein» beziehungsweise «FL–A–CH» abgelehnt wurde. Folglich muss man sich nach neuen Ufern orientieren.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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