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Leserbrief

«Fratelli Tutti» – Der Papst und seine Enzyklika

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg | 16. Oktober 2020

«Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» (Joh.18.36) oder «So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gott ist.» (Math.22.21)
Die Geschichte der Kirche lehrt uns, dass sich die Kirche nie an diesen Grundsatz des neuen Testaments gehalten hat. Die katholische Kirche hat offensichtlich auch ein gestörtes Verhältnis zur freien Marktwirtschaft. Zumindest tönt es so in der neuen Enzyklika von Papst Franziskus. Ein Umstand, der blind ökonomische Zusammenhänge offenbar negiert und am sozialistischen Märchen einer Gleichheits- und Umverteilungswahnvorstellung festhält. Es ist auch klar, dass die Kirche sich zu elementaren Fehlentwicklungen äussern darf. So war es gerade der aus Polen stammende Papst Johannes Paul, der aufgrund seiner Erfahrungen mit einem totalitären System im Ostblock mithalf, dieses zu stürzen. Ein Engagement der Kirche, dass zweifellos ehrenhaft gilt. Papst Franziskus scheint ein Kenner Bertold Brechts zu sein und beweist dies mit dem Satz: «Wenn jemand nicht das Notwendige zu seinem Leben in Würde hat, liegt es daran, dass ein anderer sich dessen bemächtigt hat.» Auch hier durchzieht die päpstliche Botschaft ein marxistisches Glaubensbekenntnis, wonach der Wohlstand des einen aus dem Elend des anderen resultiert. Beschämend, dies lesen zu müssen in einem päpstlichen Dokument von ökonomischer Unkenntnis. So schrieb Ludwig von Mises: «Das Sondereigentum schafft eine staatliche Sphäre des Individuums, es setzt dem Auswirken des obrigkeitlichen Willens Schranken, es lässt neben und gegen die politische Macht andere Mächte aufkommen. Das Sondereigentum wird damit zur Grundlage aller staats- und gewaltfreien Lebenstätigkeit, zum Nährboden der Freiheit, der Autonomie des Individuums und in weiterer Folge aller fortschreitenden Entwicklung des Geistigen und des Materiellen.»
Fakt ist, dass in den vergangenen Jahrzehnten der Kapitalismus dafür verantwortlich war, dass global nur noch weniger als 9 Prozent der Menschheit in extremer Armut leben müssen. Es stellt sich hier die Frage, in welcher Welt Franziskus lebt?
Neben seinen Angriffen auf den Kapitalismus gilt der Angriff von Franziskus einer Globalisierung und deren Auswüchsen. Er spricht sich aber für das Recht aus, dass jeder Mensch, ungeachtet seiner Kultur, Herkunft und Fähigkeiten, an jedem beliebigen Ort der Welt leben darf, ohne auf Interessen Dritter achten zu müssen? Mit seinem Bekenntnis gegen Nationalstaaten und der Forderung nach einer Weltregierung, outet sich der Papst vollends und unterstreicht dies mit dem Satz: «Wir brauchen eine rechtliche, politische und wirtschaftliche Weltordnung.» Amen!

Ulrich Hoch, Grüschaweg 11, Triesenberg

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