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Leserbrief

Zu zaghafte Energie-und Klimastrategie

Yvonne Deng, Am Exerzierplatz 27, Vaduz | 9. Oktober 2020

Danke für die prominente Berichterstattung über die Energie- und Klimastrategien. Es stimmt, dass Liechtenstein in den vergangenen Jahren die Emissionen im Inland sig­nifikant reduzieren konnte. Darauf können wir uns aber nicht ausruhen. Unser Klimareduktionsziel (NDC) unter dem Pariser Abkommen von –40 Prozent gegenüber 1990 bis 2030 ist zwar mit dem EU-Ziel vergleichbar. Die EU wird dieses Ziel jedoch voraussichtlich auf 55 Prozent verbessern. Das bringt die EU näher an die Werte, die uns die Wissenschaft vorgibt und ist im «ratcheting»-Mechanismus des Pariser Abkommens verankert, das Verbesserungen der Klimaziele im 5-Jahres-Rhythmus vorsieht. Liechtenstein sollte hier ähnlich Flagge zeigen. Unsere jetzigen Ziele sind in der Tat nicht «ambitioniert», noch weniger, wenn man Studien zu möglichen Emissionspfaden und zu einer fairen Verteilung von Emissionen anschaut. Es stimmt auch nicht, dass zur Erreichung von ambitionierteren Zielen «noch zu entwickelnde Technologien» nötig wären. Wir könnten schon mit bestehenden Technologien viel mehr wagen. Aber es braucht Massnahmen, klare Zwischenziele pro Sektor und messbare Indikatoren. Man vergleiche beispielhaft mit dem Ausland: Norwegen wird ab 2025 nur noch elektrische Neuwagen zulassen und hat schon jetzt fast 50 Prozent E-Autos. Die EU hat eine Gebäuderichtlinie, die ab kommenden Januar nur noch Neubauten vorsieht, die praktisch gar keine Energie brauchen. All das ist schon lange technologisch machbar, ist kosteneffizient, reduziert die Luftverschmutzung und gibt wirtschaftliche Impulse. Und bringt den Klimaschutz voran.

Yvonne Deng, Am Exerzierplatz 27, Vaduz

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