Leserbrief

Quo vadis?

Dietmar Kieber, Dorfstrasse 7a, Triesen | 9. Oktober 2020

Wenn ich mich recht erinnere, so hat es in den vergangenen Tagen Debatten des Landtages und der Regierung über die Behandlung des Zukunftsfonds nach «true and fair view»-Prinzipien (=ein den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechendes Bild) gegeben.
Was den Zukunftsfonds betrifft, so ist die Aktivseite mindestens so wichtig wie die Passivseite.
Der Zukunftsfonds steht seit dem Jahr 2007 unverändert mit rund 966 Millionen Franken in den Büchern der Landesrechnung. Dazu folgende Fragen:
• Sind die Gelder des Zukunftsfonds überhaupt aktiv bewirtschaftet worden?
• Wenn ja, in welcher Höhe?
• Welche Rendite wurde jeweils pro Jahr erzielt?
• Inflationsschutz?
Wenn man zum Beispiel davon ausgeht, dass 500 Millionen Franken mit einer bescheidenen Jahresrendite von 1 Prozent investiert worden wären, so wären in den Jahren 2007 bis 2019 immerhin 60 Millionen Franken zusammen gekommen. Wenn man davon ausgeht, dass zum Beispiel 700 Millionen Franken, ebenfalls zu 1 Prozent angelegt worden wären, so wären von 2007 bis 2019 84 Millionen Franken zusammengekommen.
Somit stellt sich die Frage, wie sind die Gelder angelegt worden – wenn überhaupt? Die Tatsache, dass der Zukunftsfonds seit 2007 unverändert mit rund 966 Millionen Franken in den Büchern steht, lässt den Schluss zu, dass das Geld nie angelegt worden ist.
Wenn trotzdem Geld angelegt worden ist, wo sind die Erträge geblieben? Wie viel ist allfällig zu welchem Zweck verwendet worden?
Doch nicht etwa für «Znüni-Brötle» des Regierungschefs, fahrbare Schminkkoffer aus Zürich und Einbau-Spiegelschränke für die Ex-Aussenministerin, geschweige denn für Wahlen, laufende Löhne der Regierung, Landesverwaltung, Gerichte, Gutachter, Subventionen, Ausgleichszahlungen an die Gemeinden, Jubiläumsfeiern (30 Jahre UNO, 300 Jahre Liechtenstein), Pensionskasse etc. etc? Denn dafür ist der Zukunftsfonds nicht errichtet worden!
Wie also steht es um unseren Zukunftsfonds tatsächlich?

Dietmar Kieber, Dorfstrasse 7a, Triesen

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