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Leserbrief

Das Ziel erreicht

Klaus Schädler, Hagstrasse 12, Triesenberg, | 5. Oktober 2020

Gleich zu Beginn des Triesenberger Dorfcafés sagte der für die Moderation engagierte und mit zehn Mitarbeiter/-innen nach Triesenberg angerückte Dr. Max Koch: «Das Ziel des heutigen Dorfcafés ist die Unterstützung des Gemeinderates.» Diese Aussage war klar und deutlich. Sie offenbarte, dass der Zug bereits abgefahren ist. Die Zielsetzung des zweiten Dorfcafés war also nicht das Abholen der Bevölkerungsmeinung, sondern... – siehe oben ...
Schon lange sind wir uns am Triesenberg einig, dass wir ein tolles Dorfzentrum haben. Dank der vor einigen Jahren erworbenen Liegenschaften «Bäckerei Schädler» und des «Säga-Areals» wäre es nun möglich, das Dorfzentrum mit weiteren Gebäuden zu ergänzen. Man ist sich schon seit Jahren einig, was man im Zentrum zusätzlich möchte: Einen grösseren Lebensmittelladen, genügend Räume für die ärztliche Betreuung, Alterswohngen, mehr Parkplätze sowie ein Walser-Heimatmuseum als «Herz» der am Bäärg gepflegten Walserkultur.
Das zweite Dorfcafé brachte am vergangenen Samstagvormittag denn auch keinen einzigen neuen Wunsch oder neue Erkenntnisse. Was dem aufmerksamen Besucher allerdings auffiel war die Tatsache, dass der Moderator mit keinem Wort auf den für die geplante Dorfzentrumserweiterung vorgesehenen Abbruch des Walser-Heimatmuseums und des ebenfalls beste Bausubstanz aufweisenden Postgebäudes (heute Denner-Laden & Arztpraxen) zu sprechen kam. Das Thema war Tabu. Dabei wäre gerade die Klärung dieses Punktes für das Projekt und auch für den «Dorffrieden» zentral und wichtig gewesen. Die Klärung dieses Punktes wurde aber offensichtlich und ganz bewusst vermieden.
Um 11 Uhr durften dann alle schriftlich über die folgende Frage abstimmen: «Ist Deiner Ansicht nach das vorgestellte Projekt als Grundlage für die künftige Entwicklung des Triesenberger Dorfzentrums geeignet?» – JA oder NEIN. Somit verlief das zweite Dorfcafé aus Moderatoren-Sicht ganz im Sinne des Auftraggebers, also der Gemeinde Triesenberg: Pannenfrei, emotionslos, und dank der geschickten Moderationsweise ohne die Möglichkeit, Fragen zu stellen und folglich auch ohne unvorhergesehene und unerwünschte Wortmeldungen. Dem Motto: «Wes Brot ich ess, des Lied ich sing» wurde man auf der Moderationsseite zu hundert Prozent gerecht.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt ...

Klaus Schädler,
Hagstrasse 12, Triesenberg,

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