Leserbrief

Umgang mit Leserbriefen im «Vaterland»

Norman Wille, Auring 9, Vaduz | 26. September 2020

Seit Jahren erlaube ich mir, meine offene Meinung in den beiden Landeszeitungen zu veröffentlichen. Was mich sehr befremdet, ist der Umstand, dass das «Liechtensteiner Vaterland» bereits zum zweiten Mal in Folge Leserbriefe von mir «in Sachen Corona» nicht abgedruckt hat. Dies im Gegensatz zum «Liechtensteiner Volksblatt», dem die Ausübung freier Meinungsäusserung offensichtlich deutlich mehr wert ist. Das Verhalten des «Vaterlandes» ist nicht das, was man gemeinhin als «vertrauensbildende Massnahmen» bezeichnet. Gerade solche sind in aber in der momentanen Situation rund um Corona extrem wichtig. Unser aller Freiheitsrechte sind im vergangenen halben Jahr mehr als einmal auf fragwürdige Weise beschnitten worden. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Und auch streiten. Das ist gute, demokratische Kultur. Die Meinung Andersdenkender aber durch willkürliche Pressezensur zu behindern, das erinnert in besorgniserregender Manier an Zeiten, die wir wohl als überwunden angesehen haben. Besonders kritikwürdig finde ich dabei, dass das «Vaterland» die Veröffentlichung ohne weitere Mitteilung an den Schreiber der Leserbriefe stillschweigend unter den Tisch hat fallen lassen. Der Vollständigkeit halber möchte ich anfügen, dass ich in dieser Angelegenheit eine offizielle Beschwerde beim Schweizerischen Presserat gegen das «Liechtensteiner Vaterland» eingereicht habe.

Norman Wille, Auring 9, Vaduz

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