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Leserbrief

Canale Grande

Jo Schädler Eschnerstrasse 64, Bendern | 14. September 2020

Abwassermeister und Ingenieure wissen, dass es nicht so einfach ist, zum Beispiel ein stinkendes Abwasserrohr unter der österreichischen Bahnlinie durchzuführen. Bei einem solchen Projekt erscheinen wichtige Bahnfachleute, Wasserinschinöre, Staatsrechtler und dergleichen aus Wien auf dem Plan und dann bekommen die Liechtensteiner Wassermeister und der Landesplaner eine Lehrstunde in Sachen souveränem Hoheitsgebiet der ehemaligen K&K Monarchie. Ist das Rohr im Dreck, dann steht fein und fies in einem Vertrag, dass Liechtenstein an Österreich alljährlich, eine erkleckliche Summe zu zahlen hat, wenn es durch dieses Rohr seine Fäkalien aus den Latrinen plätschern lässt. Die «Stuhlgangmaut» sozusagen. Gar nicht auszudenken, was auf uns zukäme, wenn wir mit der Strasse unter der Bahn durchwollten. Prof. Dr. Viktor Arevalo schrieb dazu: «Als allentscheidend für Verkehrswege, die das Territorium eines Staates durchschneiden, um dritte Staaten zusammenzubinden, gilt der Souveränitätsvorbehalt! Das Land, das als Brücke zwischen Dritten dient, muss die Oberhoheit über die Brücke unbedingt behalten, sodass diese völkerrechtlich und faktisch die Nation nicht zertrennt.» Seine intensive Suche nach einem Staatsvertrag, oder einem Gesetz zwischen Liechtenstein und Österreich, der den Vorbehalt für die S-Bahnstrecke Feldkirch-Buchs regelt, verlief ohne jeden Erfolg. Ein unhaltbarer Zustand, den es als Erstes und zwingend zu beseitigen gilt. Auf jeden Fall muss verhindert werden, dass die Bahnkonzession verlängert wird, ohne erst einen Staatsvertrag, welcher die Souveränitätsfrage eindeutig regelt, zu machen. Nach 10 Jahren reden bestehen einzig Absichtserklärungen, deren Schicksal die gehobene Makulatur sein wird. Die Häufung von Dunklem, von Ungesagtem, von Vermutungen, schlicht von Dahergeschwätz und Geplappere, dürfte manchem Bürger ein Nein zu diesem S-Bahnunsinn leicht gemacht, ja förmlich entrissen haben. Vor dem Hintergrund, dass wir derzeit der Tschechischen Republik per Gericht aufbedingen wollen und dafür Millionen von Steuergeldern in die Hand nehmen, uns endlich als Staat anzuerkennen und ernst zu nehmen, würden wir bei einem Verzicht auf den Souveränitätsvorbehalt für die Bahntrasse zur Lachnummer und dem dümmsten Volk Europas. Da jedoch alle 3 Vorlagen nicht verfassungskonform waren, sei an die Adresse der Politik gerichtet: Haltet euch treu an unsere Verfassung, seid in Zukunft ehrlich und anständig zu uns Bürgern, dann sind wir es auch zu euch.

Jo Schädler
Eschnerstrasse 64, Bendern

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