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Leserbrief

Des Bahnsinns fette Beute

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 14. August 2020

Sollte entgegen dem gesunden Menschenverstand der Liechtensteiner Ja zu der S-Bahn knappen, sähe die Sache in etwa so aus. Das Mobilitätskonzept redet da von optimalen Schnittstellen zwischen Bus und Bahn, von einem Leitprojekt S-Bahn, substanziellen Verbesserungen, nachhaltiger Mobilität usw. Das bedeutet dann: Es kommt von früh um fünf bis nachts um zwölf alle halbe Stunde ein Zug von Feldkirch und hält in Schaanwald, dann einen Kilometer weiter in Nendeln und dann in Schaan. Eine Viertelstunde später kommt der Gegenzug von Buchs und auch der hält in Schaan, Nendeln und Schaanwald. Vielleicht sind die Züge dann, so wie etwa auf der Südostbahn, mit einem Rufsystem ausgestattet; das heisst, er hält nur dann an, wenn er per Knopfdruck entweder vom Fahrgast im Zug oder vom Wartenden auf dem Perron dazu aufgefordert wird. Das Mobilitätskonzept sieht die optimale Anbindung an den Bus vor. Das heisst, es steht auch immer ein Bus parat, wenn ein Zug einfährt und einer, wenn er abfährt. Das bedeutet, dass dann auch alle Viertelstunde ein Bus in Schaanwald, Nendeln und Schaan ein- und ausfährt, um die Leute abzuholen und zu verteilen. Was ja Sinn macht. Dass man dafür aber weit mehr wie 100 Busse und für den Betrieb in Dreierschicht etwa 300 Fahrer brauchen wird, scheint noch nicht allen klar geworden zu sein. Aber da das noch nie erwähnt worden ist, scheint das ja gar kein Problem zu sein. Ob man so ein Rufsystem auch für den Bus einrichtet und er nur kommt, wenn auch ein Fahrgast kommt? Die Herren Planer werden es schon richten, so wie sie immer alles gerichtet haben. Es könnte aber durchaus so sein, dass wir mit dieser S-Bahn etwa ein ähnlich böses Erwachen haben werden wie das Huhn, welches fälschlicherweise Enteneier ausgebrütet hat. Diese Henne wundert sich dann, wenn die Entenküken schlüpfen und gleich ins Wasser gehen und davonschwimmen, währendem es, das Huhn selber, dumm am Ufer steht.


Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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