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Leserbrief

Rückschritt statt Fortschritt

Walter Marxer Hub 32, Eschen | 10. August 2020

Vor 150 Jahren, als sich auf unseren Naturstrassen noch kein motorisierter Verkehr bewegte, war die Eisenbahn für unser Land ein Segen. Im Laufe der Zeit hat sich dieser Bahn-Segen schleichend zu einer Belastung für unser Land entwickelt. Der Güterumschlag wurde eingestellt. Der Personenverkehr an unseren Haltestellen ist samt den Pendlern sehr gering. Es ist Fakt, dass von der Liechtensteinischen Bevölkerung die meisten Personen noch nie unsere lokale Eisenbahn benutzt haben. Für unsere kurzen inländischen Fahrstrecken ist die Eisenbahn einfach zu unflexibel und für die Benutzung zu mühsam. Der Verlauf der Bahnlinie ist ausserdem nicht nach unseren heutigen Bedürfnissen ausgelegt. Den geringen Vorteilen stehen schwerwiegende Nachteile gegenüber, welche die Daseinsberechtigung der Bahn für unseren Zweck infrage stellen. Wir sind Luxus gewohnt und wollen unverzüglich und selbstständig vom Ausgangspunkt zum Zielpunkt gelangen. Niemand will auf diesen Luxus verzichten. So ist z. B. in Zeiten von COVID-19 der Individualverkehr von sehr grosser Bedeutung und besonders gefragt. Die weltumspannende Kommunikationstechnik hat die Welt erheblich verändert. Homeoffice reduziert den Personenverkehr. Vorwiegend das Fahrrad, das E-Bike und das Auto sind derzeit unsere Verkehrsmittel. Die umweltfreundliche Elektromobilität, an der weltweit intensiv gearbeitet wird, wird unsere Verkehrslandschaft radikal revolutionieren. In der Praxis werden bereits heute autonom fahrende Autos getestet. Das sind die Technologien der Zukunft, und es ist unsere Aufgabe, hierfür die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die Konzession der ÖBB läuft im Jahr 2022 ab und eröffnet uns neue zeitgemässe Perspektiven. Alles hat seine Zeit und der Nutzen aller Dinge ist zeitlich begrenzt. Das Alte muss stets dem Neuen weichen. Daher Rückbau statt Ausbau der Bahn.

Walter Marxer
Hub 32, Eschen

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