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Leserbrief

Ja, Ja, Ja, ich will

Markus Sprenger, Rheinau 16, Triesen | 7. August 2020

So sagt mans beim Heiraten, wenn man sich sicher ist, bedeutet aber nicht eine Garantie auf 100 Prozent Zukunft in vollkommenem Glück!
Die IG-Jasager sollten sich eine Risiko-Matrix aufmalen und versuchen zu sehen, wo gegebenfalls die Risiken sein könnten. Bis jetzt haben wir nichts dazu gehört, schon bedenklich. Andere haben die Hausaufgaben gemacht und sind zu Schlüssen gekommen und sehen das Projekt mit massiven Hindernissen und Risiken behaftet. Mit dem ständigen Reinhauen der IG mit der Populismus-Kelle wird der Plan nicht richtiger. Wenn wir jetzt Nein sagen zum S-Bahn-Ausbau, dann öffnen wir Möglichkeiten und bringen das Land als Konzessionsgeber in eine Position der Stärke für Verhandlungen mit dem Schienenbesitzer ÖBB. Es besteht kein Zeitdruck für Liechtenstein, diesen hat nur die ÖBB, weil sie es vernachlässigt hat, die Infrastruktur an die seit Jahren geforderte gesetzlichen Anforderungen anzupassen. Zur erteilten Konzession ist auch zu sagen, dass diese 2017 abgelaufen ist und provisorisch verlängert wurde. Falls die Konzession mangels Verlängerung oder Erneuerung erlöschen sollte, würde das laut Regierung des Fürstentums gemäss Staatsvertrag von 1870 bedeuten, dass die Bahninfrastruktur in das Eigentum des Landes Liechtenstein überginge. Zur Instandsetzung der sicherheitsrelevanten Anlagen hat die ÖBB eine Verlängerung erhalten die am 31. Dezember 2022 ausläuft. Liechtensteins Regierung zeigt bis jetzt keine Autorität gegenüber der ÖBB und weiss auch nicht verlässlich; wie viele Güterzüge, mit welchen Stoffen beladen, das Land queren werden. Im Gegenteil: Die ÖBB droht, bei einem Nein noch mehr Güterzüge zu schicken. Über die schlechten wirtschaftlichen Perspektiven zum Ausbau der S-Bahn ist mittlerweile viel berichtet worden, darum kommentiere ich an dieser Stelle nicht weiter. Nein zu diesem undurchsichtigen Projekt und damit ein Ja zum Einsatz der Mittel in Zukunft wirksame und nachhaltige Verkehrskonzepte.

Markus Sprenger, Rheinau 16, Triesen

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