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Leserbrief

Die Sprache der Populisten

Sigi Langenbahn, In der Blacha 48, Planken | 1. August 2020

Während die Exponenten der DpL in ihren Beiträgen mit allerhand Zahlen Seriosität markieren, arbeitet DU mit kernigen Dialektsprüchen, Unterstellungen und emotionalen Begriffen, um Meinungen zu beeinflussen und Stimmen zu fangen. Hierzu der Text auf der DU-Homepage zur S-Bahn: «Profitiera tuat no d’ÖBB!» Der Titel suggeriert, dass die Bürgerinnen und Bürger hinters Licht geführt werden, nur um der ÖBB einen Dienst zu erweisen. «Es geht nur um den Güterverkehr. Liechtenstein hat null Nutzen vom Ausbau der bestehenden Bahn zwischen Feldkirch und Buchs! Wäre diese Bahnverbindung so attraktiv, wie gerne argumentiert wird, dann müsste sie ja zum Bersten gefüllt sein.» Mit «nur» und «null» wird bewusst unterstellt. Anschliessend wird die Wahrheit bewusst verdreht, da die Attraktivität der Bahn ja erst durch deren Ausbau mit intelligenter Verknüpfung von Bahn und Bus gesteigert werden soll. «Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Notwendigkeit einer S-Bahn wird schlicht und einfach vorgeschoben, um der ÖBB mit einer Doppelspur mehr Gütertransporte zu ermöglichen. Die S-Bahn wird den Güterverkehr fördern!» Jetzt wird der Regierung unterstellt, eine S-Bahn erfunden zu haben, um der ÖBB das vermehrte Durchschleusen von Güterzügen zu ermöglichen. «Wie viele Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner haben jemals die Bahn von Buchs nach Feldkirch benützt? (…) Das bestehende Bähnlein hat genügend Kapazitäten, ohne dass 71,3 Millionen Franken (plus Folgekosten) investiert werden müssten.» Mit Fragen (gekürzt) wird suggeriert, dass liechtensteinische Verkehrsteilnehmer diese Bahn praktisch noch nie genutzt haben und auch nie werden. Das anfangs bewusst falsch vermittelte Bild wird untermauert, indem die jetzige Bahn verniedlicht und dem neuen S-Bahn-Konzept gleichgestellt wird. «Schon jetzt bringen die Schranken in Schaan den motorisierten Verkehr zum Erliegen. Mit der S-Bahn wird sich dieser Zustand verschlimmern. (…) Das Wunschdenken des VCL, der LGU und der Freien Liste wird in Erfüllung gehen! Der motorisierte Strassenverkehr wird zum Erliegen kommen.» Die ÖBB wird bezichtigt, dem jetzt schon lahmgelegten Individualverkehr den Todesstoss versetzen zu wollen. Mit einer abstrusen Behauptung werden dann noch die «linken» Feindbilder bedient. «Zukunftsorientiert wäre, die Busspuren auszubauen und den Busverkehr in Liechtenstein gratis anzubieten. Das wäre eine Lösung für Liechtenstein anstatt für die ÖBB.» Gezielt wird noch eine Lösung samt «Zöckerle» präsentiert. Ungeniert schmückt man sich mit fremden Federn, weil die Busspuren ja jetzt schon ausgebaut werden, aber vielerorts schlicht der nötige Platz fehlt. So will sich die rückwärtsgewandte Partei einen progressiven Anstrich verpassen. Dieser Stil trägt wenig zur Sache bei und fördert lediglich den Egoismus. Es grenzt schon an Freiheitsfundamentalismus, wenn alles, was «kollektiv» beinhaltet (kollektives Verkehrsmittel), in die sozialistische Ecke gestellt wird, und alles, woraus sich kein unmittelbarer persönlicher Nutzen erschliesst, als Angriff auf die (Bewegungs-)Freiheit und den eigenen Geldbeutel verteufelt wird. Für mich überwiegen die Vorteile für die Region klar. Deshalb Ja zur S-Bahn.

Sigi Langenbahn, In der Blacha 48, Planken

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