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Leserbrief

Wundertüte? Rohrkrepierer? Mogelpackung?

Wolfgang Wanger, Lettgräbli 7, Vaduz | 22. Juli 2020

Nach dem Besuch einer Präsentationsveranstaltung zum Mobilitätskonzept habe ich mir gedacht, das ist eine gute Sache. Aber inzwischen kommen mir immer mehr Zweifel.
• Weshalb gibt es keine genauen Zahlen über die zukünftigen Betriebskosten? Ich kann nicht glauben, dass die ÖBB diese nicht kennen. Warum werden wir mit Wischi-Waschi-Zahlen abgespeist?
• Wie die Befürworter selbst sagen: Es gibt keine Geschenke! Welche Interessen verfolgt denn dann die ÖBB? Wäre der ÖV interessant, hätten sie die Bahnlinie doch über all die Jahre besser gehegt und gepflegt? Die ÖBB wollen Nutzen ziehen aus dieser Sache und das kann dann nur Ausbau des Güterverkehrs heissen.
• Gemäss ÖBB und Befürworter herrscht keine Nachfrage für noch mehr Güterzüge, «derzeit gebe es bereits ungenutzte Kapazität» (Faktencheck «Vaterland» vom 18.Juli). Wenn dem so ist, erstens, braucht es keine lange Doppelspur, und man kann mit vergleichsweise wenig Aufwand die Bahnhöfe in Nendeln und/oder Schaan wieder doppelspurig machen. Für die kurzen Pendlerzüge reichen diese zum Kreuzen allemal.
Wenn dem so ist, zweitens, wozu braucht es trotzdem eine lange Doppelspur? Doch wohl nur, um den derzeit kriselnden Güterverkehr «attraktiver» zu machen. Die Strecke Feldkirch-Buchs ist mangels Kreuzungsmöglichkeit ein Flaschenhals und somit mit ein Grund, weshalb keine grosse Nachfrage für Güterverkehr herrscht. Wenn diese nun dank unserer finanziellen Unterstützung wieder «attraktiver» gemacht wird, kommen zwangsläufig auch mehr Güterzüge (auch nachts! – arme Anrainer!). – Haben wir ein Mitsprache- oder gar Veto-Recht in Bezug auf die Nutzung der Bahnlinie? Können wir Einhalt gebieten, wenn es unseren lärmgeplagten Mitbürgern in Schaanwald, Nendeln und Schaan zuviel wird? Wohl kaum! Die ÖBB wird sich diesbezüglich sicher nicht dreinreden lassen.
• Gemäss Regierung wird durch den Ausbau des Angebots an Personenzügen die Kapazität für den Güterverkehr reduziert. Das kann man zumindest für die Stosszeiten so gelten lassen. Aber die Schranken sind dank der generellen Kapazitätserhöhung trotzdem häufiger geschlossen (auch und gerade zu den Stosszeiten), ob nun für einen Güter- oder einen Personenzug, ist unterm Strich egal.
• Wieviele Güterzüge in Zukunft täglich durchs Land rollen sollen, und wieviele davon nachts, wird tunlichst verschwiegen, als ob es keine gäbe, als ob nur die Pendlerzüge fahren würden. Warum werden diese Zahlen nicht offengelegt?

Wolfgang Wanger, Lettgräbli 7, Vaduz

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