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Leserbrief

Ein Ingenieur- denkmal in Vaduz

Paul Vogt, Palduinstrasse 74, Balzers | 16. Juli 2020

Alexander Batliner und andere Abgeordnete liebäugeln mit einem Liechtensteiner Alleingang beim Bau neuer Rheinbrücken. Weil es ihnen zu wenig schnell geht, soll Liechtenstein die Rheinbrücken allein bezahlen. Wer zahlt, befiehlt? Sicher nicht. Was passieren kann, wenn man zuerst baut und dann denkt, zeigt die Rheinbrücke Vaduz: Diese war im September 1973 fertig, konnte aber erst im Oktober 1975 eröffnet werden. Zwei Jahre stand sie da als «Ingenieur, denk mal!» und konnte nicht benutzt werden, weil die Zufahrt auf Vaduzer Seite fehlte. Schliesslich wurde eine provisorische Zufahrt erstellt, die inzwischen zur Dauerlösung wurde.
Alexander Batliner meint, dem VCL ans Bein pinkeln zu müssen, allerdings sind seine Behauptungen falsch, entsprechen aber – ich benutze seine Formulierungen – seiner Ideologie. Danach ist alles, was vom VCL kommt, eine Verkehrsverhinderung. Der VCL hat sich mehrfach für das Mobilitätskonzept der Regierung ausgesprochen, obwohl einige Kröten geschluckte werden mussten. Ich kann mir nicht vorstellen (ich bin Vorstandsmitglied, schreibe diesen Leserbrief aber in meinem Namen), dass sich der VCL gegen eine schnellere Gangart bei der Rheinbrücke in Bendern aussprechen würde (das heisst Priorität B statt C im Agglomerationsprogramm). Eine neue Radfahrerbrücke in Bendern ist ohnehin ein Herzenswunsch des VCL. Aber das ist jetzt nicht das Thema.
Wir stimmen über den Kredit für den Ausbau der S-Bahn ab und nicht darüber, welche andern Projekte man vorziehen müsste. Das S-Bahn-Projekt ist das einzige, das entscheidungsreif ist. Es kann in wenigen Jahren realisiert werden und bringt eine effektive Verkehrsentlastung – wie gross diese sein wird, wird erst die Zukunft zeigen. Jedenfalls ist es irreführend, wenn einige Gegner behaupten, sie seien im Prinzip schon dafür, aber jetzt sei halt der falsche Zeitpunkt oder dieses und jenes Problem müsse vorher noch gelöst werden. Solche Argumente lassen sich immer finden. Wir werden nie alle Verkehrsprobleme auf einen Schlag lösen können. Gerade darum ist es wichtig, dass ein gesamtheitliches Verkehrskonzept vorliegt, das die realistischen Möglichkeiten aufzeigt und Lösungen skizziert. Am Schluss müssen sich die einzelnen Massnahmen wie bei einem Puzzle zusammenfügen und ein tragfähiges Ganzes ergeben. Dies gilt auch für den grenzüberschreitenden Verkehr: Nur eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn ermöglicht zukunftsfähige Lösungen.


Paul Vogt, Palduinstrasse 74, Balzers

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