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Leserbrief

«S-Bahn- Wahlkampf vier»

Toni Marxer, St. Martins-Ring 54, Eschen | 15. Juli 2020

Sehr geschätzte Fr. Ospelt S.
Ihr Leserbrief, «Fragen zur S-Bahn», war super. Ich darf Sie diesbezüg- lich auf die Spitalabstimmung hinweisen. Sechs Monate und mehr haben die staatstragenden Parteiblätter nur über den Standort des Gebäudes (gut, schlecht, möglich usw.) lamentiert, die in der Schweiz auf höchster Ebene bereits seit Jahren geführten Verhandlungen bezüglich das Spitalwesen wurden nicht erwähnt. Ich war fast überzeugt, dass das Spitalkonzept abgelehnt wird. Mit der Volksverdummungstrategie (über eines der vier Luftventile der Räder und nicht über das Auto zu argumentieren) wurde die Spitalabstimmung gewonnen. Sämtliche Fragen der Frager wurden aufgenommen, im richtigen Sinne analysiert, beziehungsweise positiv gewinkelt (gegen Geld und sicherem Sieg).
Der Sieg erfolgte aufgrund dieser Volksverdummungstrategie. Warum? Weil die Staatspropaganda fast gleichzeitig mit der Zusendung der Abstimmungsunterlagen, die Fragebogenbeantwortung mit einer vom Staat finanzierten Broschüre «volkstauglich gemacht» wurde, ich nenne ein ähnliches Vorgehen im persönlichen Bereich hinterhältig und charakterlos. Beim S-Bahn-Konzept ist die gleiche Vorgehensweise bereits im Rohr (was grundsätzlich gesetzeswidrig ist). Auf die Frage: Die heute bestehende und betriebene S-Bahn genügt doch für die eine Handvoll gemessenen täglichen Mitfahrenden. Der Staat wird (voraussichtlich) antworten, «in einigen Jahren wird die Zahl der Mitfahrenden ein Mehrfaches vom Mehrfachen betragen».
Die wichtigste und allgegenwärtige Frage im Leben lautet: Mitdenken. Im Mitdenken enthalten ist die realistische Einschätzung der eigenen Position und die auf Annahmen beruhende Einschätzung der anderen Seite. Eine schlechte Position hat man, wenn die andere Seite am längeren Hebel sitzt, das heisst eine Machtposition hat und über viel Geld verfügt, dann ist es nicht unüblich, dass dem Gegner allenfalls durch Lug und Trug der Sieg ins Haus steht. Konzeptverfasser neigen dazu, sogenannte Gegner als dumm, debil und gar als geistig beschränkt zu betrachten. Solchen Ansichten muss das Volk entschieden entgegentreten, wenn, zum Beispiel bei Abstimmungen, die Möglichkeit besteht.
Den Untergangspropheten – ohne S-Bahn Untergang des FL – müsste man leicht ironisch zur Kenntnis bringen, dass die Industrie nicht wegzieht, weil es denen nirgends so gut geht wie im FL (Steuern etc.), das Gewerbe brauchen wir vielleicht nicht mehr, weil händische Arbeiten von «Computermanöggeli» erledigt werden und das Treuhandsegment wird sich mit weiteren persönlichen Optimierungen (man lese und staune) aufs Abstellgeleise, also auf die S-Bahn verlagern.

Toni Marxer, St. Martins-Ring 54, Eschen

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