Leserbrief

Wasserstoff und Energiekonzept 2030

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 13. Juli 2020

Am vergangenen Mittwoch hat in Brüssel die Europäische-Kommission (EU-Kommission) eine Strategie zum Ausbau der Wasserstoffwirtschaft für Europa vorgelegt. In den nächsten 30 Jahren sollen Investitionen von bis zu 470 Milliarden Euro freigesetzt werden. Dies beinhaltet auch den Zubau von bis zu 120 Gigawatt Windkraft- und Fotovoltaik-Kapazitäten, die für die Produktion des grünen Wasserstoffs benötigt werden. Die EU-Kommission hat Wasserstoff als entscheidenden Faktor für den Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft eingestuft. Das «Volksblatt» vom Donnerstag, den 9. Juli, berichtete darüber, hat aber die finanziellen Dimensionen nicht erwähnt. Dass eine Wasserstoffwirtschaft wohl eine Zukunft haben wird, zeigt die Dimension von 470 Milliarden Euro. Brüssel erwähnt auch, dass Wasserstoff ein Wachstumsmotor werden kann, um die wirtschaftlichen Schäden durch COVID-19 zu überwinden.
Es geht da um Stromspeicherung über kürzere und längere Perioden sowie den Ausgleich des flukturierenden Solar- und Windstromes. Es geht da auch um die praktisch emissionslose Verbrennung von Wasserstoff in grösseren Verbrennungsmotoren, besonders in Baumaschinen wie Bagger, Trax, sowie den Transport von Gütern auf Lastwagen. Der öffentliche Personentransport innerhalb Metropolitanräumen ist ebenfalls ein Thema. Wasserstoff kann auch in Lokomotive-Motoren eingesetzt werden, die auf Normalspur und Meterspur fahren. Wasserstoffverbrennungsmotoren sind zudem wesentlich leiser.
Eine Stromzufuhr über Oberfahrleitungen würde dann nicht mehr benötigt. Ein wesentlicher Vorteil im Kurzstreckenverkehr wie der S-Bahn oder einer zukünftigen Bahn von Schaan nach Sargans oder direkter Gleisanbindung an die RhB in Landquart.
Kein Wort steht von solchem in den neuesten Berichten der Regierung. Man träumt da nur von selbstfahrenden Autos, und natürlich dem Ausbau der Eisenbahntrasse in Doppelspur bis Nendeln und dann weiter mit eingleisiger, wechselseitiger Fahrt, hin und her, auf demselben Schienentrasse mitten durch Schaan, wie vorgelegt vor rund 150 Jahren.
Lärmbelastung, Infraschallbelastung, elektrische und magnetische Felder, die ständig auf die Anwohner einwirken, werden nicht genannt. Besonders die schweren Güterzüge und auch längeren Personenzüge erzeugen massiven Lärm und vor allem Infraschall.
Die Verhältnismässigkeiten, beispielsweise zur 4G- und 5G-Strahlungen, der Mobiltelefonie wird nirgends aufgeführt. Wenn man schon gegen die 5G-Telefonie wettert, dann müsste man auch die energetisch wesentlich höheren Emissionen der Eisenbahnen auf die direkten Anwohner entlang von Eisenbahntrasses bewerten. Unser Gesundheitsministerium schweigt bis heute zu solchen Fragen bezüglich gesundheitsschädigenden Auswirkungen. Das, was wir uns persönlich nicht zumuten würden, sollten wir anderen ebenfalls nicht zumuten.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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