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Leserbrief

Wir müssen China deutlich machen, dass es so nicht weiterfahren kann

Adolf Ritter, Töbeleweg 9, Mauren | 8. Juli 2020

Wann wachen wir endlich auf? China ist kein alternatives Gesellschaftsmodell, sondern eine Diktatur. China meint es nicht gut, hält sich nicht an die Rechte der anderen, ist nicht unser Freund. Dieser autoritäre Unrechtsstaat unterwandert nicht nur strategisch unsere Wirtschaft, er strebt auch die politische, ökonomische und militärische Vormacht an und steht in völligem Kontrast zu unserer freiheitlichen Lebensauffassung. Das ewige und gnädige Lächeln von Xi ist Fassade. Der Geist dahinter ist menschenfeindlich, getrieben von totalem Machtanspruch. Während China im Ausland den Gutmenschen gibt und Offenheit einfordert, schüchtert, überwacht und zensuriert es die Menschen in seinem Einflussbereich. Für das System der Unterdrückung, Gleichschaltung und der totalen Kontrolle sorgt ein gigantischer Sicherheitsapparat; wer dagegen protestiert oder seine Bürgerrechte wahrnimmt, riskiert weggesperrt und umerzogen zu werden.
Und was machen wir? Statt besser darauf zu achten, wer unsere Freunde sind, lassen wir uns von den chinesischen materiellen Ver­lockungen und dem scheinbar grenzlosen Absatzmarkt und der chinesischen Propaganda einlullen. Geschäft kommt vor Moral. Dabei wäre es längst an der Zeit (und ­Corona ist ein Weckruf dafür), dass sich ­Politik und Wirtschaft aus dem ­lähmenden Griff Chinas befreien. Europa muss lokaler denken und handeln. Und statt sich dauernd gängeln und vorführen zu lassen, ist Europa gut beraten, gegenüber China eine harte Haltung zu zeigen und eine Aussenpolitik zu vertreten, die unsere Werte und Interessen widerspiegelt und einfordert und nicht vor Sanktionen zurückschreckt. Die unterdrückte Minderheit der Uiguren, das besetzte Tibet, die niedergeknüppelten Menschen in Hong Kong verdienen unseren Respekt und unsere Solidarität. China verstösst gegen alle Regeln, auch mit den Nachbarn Taiwan und Japan im Südchinesischen Meer. Lassen wir die unverblümte Aggression und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu und stellen wir uns nicht vorbehaltlos hinter die Menschen in Hong Kong und Tibet, dann werden auch wir eines Tages überrollt.

Adolf Ritter,
Töbeleweg 9, Mauren

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