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Leserbrief

Wahnsinn

Sigmund Elkuch, St. Florinsgasse 18, Vaduz | 8. Juli 2020

«In Nendeln kann in der ersten Phase ein Halt des Fernverkehrs in Fahrtrichtung Zürich umgesetzt werden» (BuA, Seite 136). Ein 220 Meter langer Perron mit zwei Personenliften soll das Bahnhofs-Flair einer Stadt bei der Haltestelle im Weiler Nendeln bieten. Die Oberländer könnten dann die Fahrt nach Zürich in Nendeln antreten. Wie viele Oberländer werden dieses sinnlose Angebot des 71 Millionen teuren S-Bahn-Projektes mit 2 Millione Betriebskosten nutzen? Hohe Kosten, kleiner Nutzen. Für Unterländer in Richtung Wien ist Nendeln sowieso uninteressant, da Fahrscheine ab Feldkirch günstiger sind und der Linienbus schnell einmal dort ist. Die Unterländer werden in Feldkirch und die Oberländer in Buchs oder Sargans zusteigen.
Für eine internationale Haltestelle muss zumindest ein Taxi dastehen, aber das hat selten Fahrgäste und ist somit nicht da. Irgendwer hat da einen Grössenwahnsinn. In der Tat wird der heutige Bahnhof in Nendeln zur Haltestelle degradiert. Liechtenstein bekommt keinen Bahnhof, sondern drei Haltestellen. Der letzte Fahrdienstleiter in Liechtenstein ist in Nendeln, aber ohne Bahnhof? Die Radfahrer bekommen keine Unterführung, sie müssen südlich der Haltestelle über die Geleise fahren. Einerseits völlig übertrieben, andererseits kein Gehör für solche, die auf Kurzstrecken das ­effektivste Verkehrsmittel, das Fahrrad, verwenden. Zurück mit diesem Projekt an den Absender.
Die Haltestelle in Schaanwald unweit von Nendeln könnte auch gespart werden. Das Gewerbegebiet von Mauren ist von Nendeln kaum weiter entfernt als der grösste Arbeitgeber Liechtensteins, die Presta. Die ­Betriebe in Mauren könnten mit Bussen aus Nendeln örtlich sicher besser bedient werden.
Auch wenn das Geld derzeit noch vorhanden ist, aber soeben hat eine Wirtschaftskrise gerade erst begonnen. Wir wissen nicht, was noch kommt. Fakt ist, die Wirtschaftskrise 2008/2009 mit 1500 Arbeitslosen hat im Jahr 2013/2014 der Bevölkerung Sparpakete à-Mass aufgebürdet. Noch heute sind die Pässe sehr teuer, die Familien müssen immer noch einen Aufpreis auf Schüler-Abos für Fahrten mit dem Linienbus bezahlen. Die Finanzkrise war jedoch nur ein Vorgeschmack. Heute sind über 10 000 in Kurzarbeit, gros­se Firmen künden Entlassungen an. Grössenwahnsinn in Nendeln und drohende Sparpakete, diese Kombination gilt es zu verhindern.

Sigmund Elkuch, St. Florinsgasse 18, Vaduz

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