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Leserbrief

Fernsehen über Glasfaser – aber passend bitte

Thomas Gafner, Dipl. Informatik-Ing. ETH, Geisszipfelstrasse 21, Ruggell | 8. Juli 2020

Die LKW ersetzen das Kupferkabel durch Glasfaser. Dabei wird getan, als ob auch die TV-Kabel (Koax) in unseren Häusern überflüssig würden und die einzige Zukunft in Fernsehen mit TV-Boxen (IPTV) liegt.
Viele meiner Bekannten werden zur Zeit von ihren Telekom-Anbietern kontaktiert, um ihnen einen zweijährigen IPTV-Vertrag schönzureden und ich frage mich:
Ist ihnen bewusst, dass sie sich damit pro Fernseher eine zweite Fernbedienung einhandeln und die vom Fernseher nur noch fürs Ein- und Ausschalten ist?
Ist ihnen bewusst, dass sie nicht mehr pauschal, sondern neu für jeden Fernseher monatlich bezahlen und je nach Anbieter happige Aufschaltkosten pro TV-Box?
Ist ihnen bewusst, dass sie effektiv nur noch einen Anschlussort pro Haushalt haben und sie sich für den Rest des Wohnbereichs mit herumliegenden Kabeln oder mit den Tücken der WLAN-Funkabdeckung herumärgern, wenn sie nicht teuer ein Computernetzwerk verlegen?
Die meisten von uns haben Fernsehen bisher anders erlebt: Gerät kaufen, in einem beliebigen Zimmer einstecken, eine Fernbedienung, Sendersuchlauf und los. Keine Anmeldung oder zusätzliche monatliche Kosten.
Glauben alle Anbieter, dass wir darauf verzichten wollen?
Nein: Es gibt einen einzigen Anbieter, der Fernsehen, wie es bisher funktionierte, weiterführt und konsequent um Glasfaser erweitert. Er wandelt Glasfaser auf Koax um und bewahrt so die heimische Verkabelung.
Alle anderen Anbieter winden sich aus der Pflicht zu dieser Umwandlung und erklären lieber Hunderttausende Franken an sauber verlegten Koaxkabeln landesweit zu Alteisen. Da vor 2000 keine Computernetzwerke in Wohnungen verbaut wurden, haben mindestens 70 Prozent von uns nur Koax. Siehe Amt für Statistik (etab.llv.li 02.06.03d). Das Problem betrifft also praktisch alle.
Ungeachtet dessen beharren diese Anbieter auf ihrem IPTV, weil die – für Familien etwas ungünstige – Abrechnung pro TV-Box und das Abomodell mit kostenpflichtigen Zusatzdiensten – zum Beispiel Gemeindekanal – viel lukrativer ist und der Kunde besser durchschaubar wird.
Verpflichtet eine TV-Lizenz nicht dazu, Fernsehen in der Form anzubieten, wie es für die Mehrheit passend ist? Der eine Anbieter beweist ja die technische Machbarkeit.
Gibt es im Land keine Instanz, die die anderen Anbieter in die Verantwortung nimmt? Die Medien-Politiker? Den Mitgliedern des Haus­eigentümerverbandes wird gezielt ­ihre Infrastruktur zerstört. Keine ­Gegenwehr? Der Mieterverband?
Ich selber kann nur meinen ­Angehörigen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Thomas Gafner, Dipl. Informatik-Ing. ETH,
Geisszipfelstrasse 21, Ruggell

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