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Leserbrief

«S-Bahn-Wahl- kampf 3»

Toni Marxer, St. Martins-Ring 54, Eschen | 8. Juli 2020

Überlebensnotwendig, Existenz- entscheidend, so bezeichnen die Darsteller (mit staatlichem Propagandageld im fünfstelligen Bereich) das S-Bahn-Projekt. Es ist kein Projekt sondern ein Teil eines Konzepts (Konzept heisst stichwortartiger Entwurf), das inhaltlich so hochrangig ist, als wenn du wegen Bauchweh zum Arzt gehst und dieser fragt: Ist dein «Kaki» gelblich oder eher ­dunkel, dann nimm das, wenns nicht wirkt, nimm das andere.
1699 kauften die von Liechtenstein das Unterland mit Vorkaufsrecht betreffend Oberland. Ich bezeichne den Fürsten Hans-Adam II. im Bekanntenkreis meistens als Oberboss im wörtlichen Sinn. Gott sei Dank haben wir den, denn als Republik wären wir von den Machern sicher schon fünf Mal verkauft worden, vielleicht an Ungarn, der Blick zurück, circa 100 Jahre, ist angesagt. Das Fürstenhaus äussert sich sehr selten zu «Volksproblemen». In der Landtagseröffnungsrede des Fürsten/Stellvertreters erfahren dann die «La… und Lob…» was für unser Land gut, richtig, nützlich und notwendig sei. Wenn ich mich richtig erinnere, wollten die Vorgenannten «La… und Lob …» dem Vordenker den Mund verbieten durch eine Verfassungsänderung. Der Volksspruch: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Die Trennung von Unterland und Oberland durch eine täglich und nächtlich rollende Gütertransportbahn und die schon mehrfach ­geplante sogenannte Umfahrungs­strasse, diese Trennung könnte ­sogar als samnaunscher Doppelkick bezeichnet werden. Betreffend Umfahrungsstrasse Anfang der 1970er-Jahre, als die Denkenden wirklich an ihre Kinder und Enkel gedacht haben, als die Nein stimmten. Ein Ausspruch aus jenen Tagen: Denk dran, verkauf die Heimat nicht. Auch in den 1990er-Jahren blieb es bei den schönen Zeichnungen, die Zeit war noch nicht reif, die Granden und Lobbyisten haben keine Volksabstimmung riskiert.
Ein Ja bedeutet eine ewige Knechtschaft für unser Land, für uns, unsere Kinder und Enkel und für alle, die hier wohnen. Ich appelliere daher (wie vor mir schon andere) an die Abstimmenden der Oberländer Gemeinden, lasst euch von den Flüsterern, den Darstellern und den Geldverdienern nicht überreden. Die Propaganda mit staatlichem Geld ist eine ungeheuerliche Arroganz gegenüber dem Volk.
Ein Nein bedeutet nur, jetzt nicht und so nicht. In zwei, drei oder fünf Jahren, wenn ein Projekt (kein Konzept) vorliegt mit stichhaltigen u. überprüfbaren Fakten, können wir wieder abstimmen. Das heutige Gesäusel, behauptet, erfunden und gelogen, kann einer mit Herz und Liebe an unsere gemeinsame Heimat denkende Person nicht zu etwas so Sinnlosem bewegen.

Toni Marxer, St. Martins-Ring 54, Eschen

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