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Leserbrief

Oh Herr jeminee, chalti Brüah im Dorfcafé

Ludwig Schädler, Spennistrasse 43, Triesenberg | 6. Juli 2020

Lieber Christoph, die Entschuldigung nehme ich gerne an und danke für die Einladung zum Dorfcafé. Bis dahin ist aufgrund der bereits gefassten Beschlüsse der «Mist» aber leider schon geführt, das Museum verkleinert und verunstaltet oder wie es Josef Eberle in seinem Leserbrief gelinde ausdrückt eben «nicht mehr das Museum in seiner Ganzheit und Schönheit». Dazu fällt mir Folgendes ein:
Das Walsermuseum, angepriesen als «Juwel im Kulturangebot»,
soll der Spitzhacke zum Opfer fallen und hat seine liebe Not.
Um im Dorfzentrum Verbesserungen zu erreichen, soll nun also das Heimatmuseum weichen.
Zuerst wird jetzt aber noch umgebaut – eine Viertelmillion auf dem Putz gehaut.
Was beim Schulhaus-Abbruch gerügt, wird ungeniert
nun mit Investitionen vor dem Abbruch sogar kopiert.
Tiefgarage, Laden, Alterswohnungen etc. bauen ganz banal
könnte man z.B. auf den Bäckerei Schädler und Säge-Aeal.
Da hört sich ja alles auf, es ist traurig und nicht mehr zum Lachen
das schöne Dorfzentrum, diese Einheit, derart kaputt zu machen.
Unser Walser Heimatmuseum, diese einmalige «Sache für Kultur»
ist für die Gemeindevertretung laut Aussage eine «Hülle» nur.
Wer derartig abfällig zum Heimatmuseum argumentiert, hat nichts vom Walsertum im Blut und rein gar nichts kapiert.
Was Pfarrer Bucher noch einge­fädelt hat, ist nun für die Katz,
viel, viel wichtiger ist heutzutage anscheinend ein Festplatz.
Ja, sind denn wir Walser am Bärg wirklich so saudumm,
zerstören das tolle Dorfzentrum und bauen blödsinnig um?


D'r Ramon Zenhäusern, au an Walser, tät säga «Bira-weich»
und ökologisch und ökonomisch an «Schildbürgerstreich»
heisst uf guat bärgarisch – abar au a soo an Seich.
Die Schenkungen vom Gafleier Schädler aus Baumgebilden
werden ausgesiedelt und befinden sich in anderen Gefilden.
Das ist doch schade und ein Jammer, fristen ihr Dasein gar in der Besenkammer?
Es wurde leider nicht bedacht,
dass sie nicht dafür gemacht.
Was versprochen wird nun nicht gehalten,
ist doch egal, das kümmert nur unsere Alten.
Im Oktober über den Abbruch, diese Schnapsidee
soll dann alibihalber noch diskutiert werden im Dorfcafé.
Wer sich dort – leider viel zu spät – dazugesellt,
wird neuerlich vor vollendete Tatsachen gestellt.
Der Bürger wird doch gehört, sicherlich nicht angelogen
und die Bevölkerung neuerdings auf diese Art mit einbezogen.
Wie heisst es oftmals doch so schön im Abreisskalender:
«Einfach zum Nachdenken».

Ludwig Schädler,
Spennistrasse 43, Triesenberg

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