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Leserbrief

«S-Bahn-Wahlkampf», Teil zwei

Anton Marxer, St. Martins-Ring 54, Eschen Weitere Leserbriefe finden sich auf der Seite... | 4. Juli 2020

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, über die Fakten des Entscheides betreffend S-Bahn zu argumentieren. Zu argumentieren gibt es nichts, weil ein Konzept (ein stichwortartiger Entwurf) keine Grundlage für eine so elementare Entscheidung sein kann. Elementare Grundlage unseres Seins ist die Tatsache, dass denkende Menschen im gemeinnützigen Bereich für die Gemeinschaft entscheiden sollen.
Das klappt nicht immer, weil die Lobbyisten und Granden sich in besserer Position befinden (Geld, Einfluss,Werbung). In einem relativ demokratischen System ist das selbstständige Denken (und Handeln/Abstimmung) des Volkes die einzige Möglichkeit, Unheil abzuwenden. Eine Jahrhundert-Entscheidung, die über das Sein oder den Untergang des Ländle entscheidet, meint einen Teil der Lobbyisten, der Granden und der Schausteller oder Darsteller. Ein denkender Mensch (und Entscheider) sieht das anders, muss es anders sehen aufgrund der Fakten und den sogenannten offenen Fragen.
Ein Ja bedeutet für Liechtenstein, wörtlich für die in Liechtenstein Wohnenden eine 100-jährige und noch länger dauernde Belastung in den Bereichen Umwelt und Mobilität (dazu werde ich mich noch gesondert äussern), eine Knechtschaft, die wir eingehen, weil Österreich, die ÖBB und auch andere die Schienen benützen werden, im Sinne «was derzeit und in ferner Zukunft finanziell und strategisch geboten ist». Denkende sind sich im Klaren, dass mit der sogenannten S-Bahn das Ländle zerschnitten, in zwei Teile getrennt wird auf ewig, oder unnennbare Zeit.
Ein Nein bedeutet nicht das Ende der glorreichen Idee der S-Bahn, sondern eine Antwort auf die lapidare Forderung der Lobbyisten, der Granden und allfälliger Mitverdiener. In einem, zwei oder drei Jahren kann das glorreiche, für das FL
«überlebensnotwendige» S-Bahn-Konzept wieder dem Volk vorgelegt werden zur Entscheidung. Das ist Demokratie à la Schweiz. Schon fünf Mal haben die Eidgenossen über die Abschaffung der Armee abgestimmt, wie es aussieht, war das letzte Mal vermutlich nicht das letzte Mal. Eine sehr tragische Entscheidung für Liechtenstein, für die Bewohner und «für unsere Kinder und Enkel» und für viele weitere Generationen wäre ein Ja. Ich stelle mir täglich die entscheidende Frage, für wie dumm, debil und senil halten die Lobbyisten, die Granden und die von diesen beauftragten Schausteller das Volk?

Anton Marxer, St. Martins-Ring 54, Eschen
Weitere Leserbriefe finden sich auf der Seite 14.

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