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Leserbrief

Die Angst fährt mit

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 4. Juli 2020

Die Posaunen der S-Bahn-Träumer schlagen immer lauter drein, werden von Schlag zu Schlag skurriler, aber keineswegs überzeugender. Ganz im Gegenteil. Meist sind es Leute, für welche der hart arbeitende Liechtensteiner ihren Lohn mühsam verdienen musste, die sich da in der Sache S-Bahn aus dem Fenster lehnen. Johannes Kaiser, Schellenberg, Donath Öhri, Gamprin, Hubert Sele, Triesenberg, Georg Matt, Mauren usw. Auch wenn sie schon den nach allen Seiten dreh- und auch höhenverstellbaren Vorstehersessel gegen ihre vollverdiente Pension eingetauscht haben, gilt es vor allem für sie, den demokratischen Respekt zu wahren. Die S-Bahn mag winzige Vorteile haben, aber wie die Sachlage ist, werden wohl die Nachteile bei Weitem überwiegen. Hier wäre nun der demokratische Anstand der Herren Altvorsteher gefordert, die Menschen über «alle» Seiten der Bahn zu informieren. Was auffällt ist, dass all die Genannten weitab der Bahn wohnen und so kommt es schon sehr schräg daher, wenn der Altvorsteher von Triesenberg, das sich als das schönste Dorf auf der ganzen Welt feiern lässt, dem Schaaner gönnt, dass dort unten am Tag im Minuten- und in der Nacht im Endlostakt S-Bahn und schwere, kilometerlange Güterzüge durch das Dorf rattern. Hätte er ein bisschen Pfupf in den Eiern, müsste er doch zuallererst fordern, dass man der Bahn beidseitig der Geleise, fünf Meter hohe Lärmschutzwände verpasst, die dann zwar Schaan durchschneiden wie früher die Mauer Berlin, aber an welchen man dann ja Geranienkästen aufhängen kann, um auch Schaan in Sachen Schönheit dem Triesenberg ebenbürtig zu machen. Im Moment sind Maturafeiern. Doch wenn es den frisch gebackenen Maturanten bei der Betrachtung der Statistik von Daniel Öhri nicht die dann brennenden Doktorhüte von den Häuptern fegt, kenne ich mich auch nicht mehr aus. Sein lineares Denken hat mit Statistik nichts zu tun. Nach seiner Logik haben wir ohne die S-Bahn bald 15 000 Autos mehr auf der Strasse. So zeigt er unter dem Blickwinkel – Argumente und Meinungen der FPB auf, dass es im Jahre 1970 neuntausend und im Jahre 2019 vierzigtausend waren, ergo und nach seiner rudimentären «Linarhülse» in noch mal 50 Jahren, es dann hunderttausend sein werden. Gar nicht auszudenken, wenn diese einst alle S-Bahn fahren. Dann wird es dann auf der Schiene schon saumässig eng. So sei der Politik geraten, den Menschen mit der S-Bahn keine Angst zu machen, denn lähmende Angst hat der Liechtensteiner auch ohne S-Bahn schon lange mehr wie genug.

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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