Leserbrief

Zur S-Bahn

Susanne Ospelt, Rüfestrasse 5, Schaanwald | 24. Juni 2020

Ich wohne an der ÖV-Bahn in Schaanwald. Dieser Lärm ist nichts für schwache Ohren. Oder doch, er ist für schwache Ohren, denn dann hört man nicht alles. Aber nichts für schwache Nerven. Auf einmal soll eine S-Bahn gebaut werden, ohne genaue Angaben für die Anwohner. Die, die nicht in der Nähe von der Bahn wohnen, können sich das kaum vorstellen, wie ekelhaft der 24-Stunden-Betrieb ist. Daher wäre es auch sehr wichtig, dass die, die nicht an der Bahn wohnen, einen Ausflug an die Bahn im Unterland machen. Mal zwei Stunden an der Bahn entlang laufen. Bitte dies nicht an den Wochenenden. Denn sonst seht ihr die leeren Züge nicht und dann stellt euch vor, die Züge fahren die ganze Woche und ihr müsst dort wohnen. Vergesst nicht: Die Bahn fährt durch Naturschutzgebiet, Pilzschutzgebiet, Magerwiesen und schützenswerte Lebensräume. Bezüglich dieser Lebensräume für Tier und Natur gibt es Gesetze, die anscheinend niemanden in der Regierung kratzen. Da haben Laufwege, die schon da sind, keinen Platz mehr. Es gibt Gesetze, die besagen, wenn der Lärm durch mehr Verkehr und Bahn grösser wird, muss eine Beseitigung des Lärms vorgenommen werden. Diese Belästigung ist schon lange da und niemand unternimmt was. Und da soll ich beim S-Bahn-Bau den Glauben haben, dass es besser wird. Lächerlich. Wie lange dieser Bau gehen wird, weiss auch niemand. Die Lärmbelästigung in der Bauphase und der Staub, dem wir ausgesetzt sind, sind anscheinend auch egal. Wie ist das in Vorarlberg? Steigt dort wirklich die Mehrheit um? Von der Haustüre zum Bahnhof mit dem Bus und das von den Weilern aus, wo sie wohnen? Oder fahren sie zum Bahnhof, wo sie keinen Parkplatz haben? Da müssten ja Feldkirch und Buchs ein Parkhaus bauen, um all die Autos zu parkieren. Jetzt ist in jedem Auto nur der Fahrer drin. Wenn die Pendler wirklich aufs Auto verzichten möchten, würden sie schon lange Fahrgruppen erstellt haben und mindestens vier Köpfe wären in einem Fahrzeug zu sehen. Ist aber nicht so. Die vier Köpfe sieht man im Zug – und auch nicht mehr Köpfe. Bin erst seit zwei Jahren hier im Schaanwald, geändert hat sich da nichts und wird es auch nicht. Sonst wäre das schon lange geschehen. Unsere Buse sind ja auch nur zu den Stosszeiten voll. Ich glaube kaum, dass sich das ändern wird. Sonst wäre das auch schon lange geschehen. Der Mensch wird sich nicht so schnell vom Auto trennen. Das sieht man in den vielen anderen Ländern der Welt.

Susanne Ospelt,
Rüfestrasse 5, Schaanwald

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