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Leserbrief

S-Bahn

Franz Schädler, Rossbodastrasse 27, Triesenberg | 5. Juni 2020

Vor bald 150 Jahren wurde die Bahnstrecke zwischen Feldkirch und Buchs von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) als Konzessionsinhaberin gebaut. Sie ist eine wichtige Verbindung zwischen den Bahnnetzen Österreichs und der Schweiz. Die Hauptnutzung liegt auf dem Transitverkehr (Personen und Güter). Die Konzession der ÖBB lief 2017 aus und wurde aufgrund offener Fragen rund um das Projekt «S-Bahn FL–A–CH» noch nicht verlängert. Mit der Realisierung der S-Bahn wird wohl auch wieder die Konzession für Jahrzehnte nicht nur für die S-Bahn, sondern auch für den Personen und Güterverkehr neu vergeben. Somit rollen die nächsten Jahrzehnte alle möglichen Güter- und somit auch Gefahrengüter durch die Häuserreihen entlang der Bahnstrecke durch Schaan (Wöchentlich 100 bis 150 Güterzüge).
In diversen Schweizer Ortschaften gibt es grosse Kritik – und damit Bestrebungen, dass keine Gefahrengüter durch bewohnte Ortschaften mehr fahren sollten (Bahnunfälle mit Gefahrengüter). Wie soll das Problem in Schaan – S-Bahn / Transitverkehr also gelöst werden?
In der Presse lesen wir:
Es werden drei Varianten geprüft: Die Absenkung der Strassen, die Absenkung der Bahn und die Weiterführung des Industriezubringers. Aber auch das Thema einer Nordumfahrung bzw. Nordschleife Buchs wird langfristig weiterverfolgt. Hier geht es darum, eine Bahntrasse ausserhalb von Schaan zu finden. Diese ist im Landesrichtplan vorgesehen, doch hier handelt es sich um ein sehr langfristiges Projekt.
Was ist unter Langfristigkeit zu verstehen ?
Schon längerfristig steht dieses Problem im Raum.
2002 wurde im Landesrichtplan die Linienführung der Nordumfahrung geplant und der Landesrichtplan durch die Regierung behördenverbindlich genehmigt. Zwischenzeitlich wurde in diversen Raumordnungsberichten der Regierung auf die Verkehrsproblematik hingewiesen.
Fragen an die Regierung:
Wurde in den letzten 18 Jahren seit dem Richtplanentwurf mit Österreich und der Schweiz auch über die Nordumfahrung gesprochen bzw. verhandelt?
Was ist zwischenzeitlich erreicht worden?
Wenn nicht, warum wurde diese Chance die letzten zwei Jahrzehnte nicht wahrgenommen, wo der Richtplan doch behördenverbindlich ist?
Müssen die Güter- und Gefahrentransporte auch zukünftig durch das Schaaner Zentrum fahren?
Werden mit Österreich, S-Bahn/Transitverkehr betreffend, längerfristige Verträge abgeschlossen?
Wie lange dauert in Liechtenstein «langfristig»? Nur Jahrzehnte oder wieder 150 Jahre?
Ich bin grundsätzlich nicht gegen eine S-Bahn, doch es stellen sich einige berechtigte weitere Fragen.
Wieso soll die Bevölkerung anlässlich einer Volksabstimmung für eine X-Millionen teure S-Bahn stimmen, die vor allem den Grenzgängern nützt?
Wer steht für die diversen anderen Massnahmen, wie ÖV, Rad- und Fusswege und nicht zuletzt den Autoverkehr gerade. Die Politik erwähnt im Mobilitätskonzept weitere Massnahmen. Kann man hier der Politik glauben? In einer allerdings nicht repräsentativen Umfrage haben 70 Prozent der Bevölkerung kein oder nur wenig Vertrauen in die Politik.

Franz Schädler,
Rossbodastrasse 27, Triesenberg

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