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Leserbrief

«HalbeHalbe» und Quote durch die Hintertür?

Dr. Max Konrad, Torkelgass 20, Schaan | 3. Juni 2020

Die Initianten wünschen, dass die ausgewogene Vertretung von Frau und Mann in politischen Gremien Eingang in die Verfassung findet.
Ausgewogen ist ein Wort mit äus-serst viel Interpretationsspielraum. Das Woxikon zählt für ausgewogen 451 Synonyme in 19 Gruppen, wie gleichgewichtig, ausgeglichen, gleichmässig, im richtigen Verhältnis, spiegelgleich etc.
Zudem ist in Art. 31 der Verfassung die Gleichberechtigung von Mann und Frau bereits verankert.
Wenn also eine Person vor Gericht zieht, weil für sie ausgewogen dieselbe Bedeutung hat wie gleich und sie sich auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau gemäss Verfassung beruft, ist es ein realistisches Szenario, dass die Geschlechterquote, also gleich viel Frauen und Männer auf Wahllisten bzw. in politischen Gremien auf rechtlichem Weg eingeführt werden könnte, obwohl in der Verfassungsinitiative das Wort Quote/Geschlechterquote gar nicht verwendet wird.
All diejenigen, die im Zusammenhang mit der Verfassungsinitiative vom Wolf im Schafspelz sprechen, hätten folglich recht, weil die Quote durch die juristische Hintertür eingeführt werden könnte.

Solch bedeutungsvolle Themen müssen jedoch politisch, also vom Landtag – welcher die Initiative klar abgelehnt hat – und vom Wahlvolk entschieden werden und nicht juristisch, also von Gerichten.
Nur durch ein Nein zur Verfassungsinitiative an der Urne kann sichergestellt werden, dass das Schaf nicht plötzlich einen Wolf gebärt.
Parteien können in Zeiten, wo es immer schwieriger wird, Menschen für politische Ämter zu begeistern und volle Wahllisten zu präsentieren, nicht auch noch verpflichtet werden, das Quotenerfordernis zu erfüllen. Abgesehen davon ist die Qualität der Kandidierenden, egal ob Mann oder Frau, entscheidend, um eine erfolgreiche Politik für unser Land zu betreiben. Die Quote ist kein Erfolgsgarant. Sie berücksichtigt zudem weder die Bedeutung der Qualifikation von Kandidierenden noch die Schwierigkeit, gleich viel Männer und Frauen auf Wahllisten zu finden.

Dr. Max Konrad,
Torkelgass 20, Schaan

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