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Leserbrief

Wer hat Lust?

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, 9495 Triese | 28. Mai 2020

Auf die Phase der Coronaverbote und -einschränkungen scheint nun die Phase der Empfehlungen und Wünsche zu folgen. Wie den Medien zu entnehmen ist, existiert die Idee, in den Schulen wöchentlich zwei Schüler pro Klasse auf Corona zu testen. Dies soll auf freiwilliger Basis inklusive der Zustimmung der Eltern erfolgen.
Benötigen die Schulen dann einen Coronakoordinator, der dieses Wunschkonzert organisiert? Wird die Schulwoche mit der Frage «Wer hat diese Woche Lust auf einen Coronatest?» beginnen – anstatt der bis vor geraumer Zeit üblichen Umarmung eines Schulkollegen beziehungsweise einer Begrüssung mit Händedruck?
Da kann man nur hoffen, dass dieses Vorhaben im Falle einer Realisation erfolgreicher verläuft als die Verteilung von Schutzmasken an Schüler. Die Realität zeigt nämlich, dass diese Aktion sinnlos war. Die jungen Menschen scherzen darüber, ihre ungebrauchten Masken nun im Internet zu verkaufen.
Oder steht ein neuer Trend an Liechtensteins Schulen bevor – ein Coronatestresultat vorweisen zu können? Gemäss Fachleuten entwickeln Kinder und Jugendliche bei einer Coronavirus-Infektion seltener Symptome, und die Krankheit verläuft in aller Regel milder. Basierend auf dieser Information erhoffen sich ggfs. die «Null-Bock-auf-Schule-Kids» ein positives Testresultat, das eine Isolation zu Hause einschliesslich «Contact Tracing» plus Selbstquarantäne der Kontaktpersonen zur Folge hat?
Generell frage ich mich, ob Schulen der richtige Ort für freiwillige Coronatests sind? Mein Gegenvorschlag lautet: Die Kids in den Schulen beim Erweitern ihrer Lebenskompetenz intensiver unterstützen und die entsprechenden Kontingente für freiwillige Tests in der Freizeit zur Verfügung stellen. Für einige Kids ist der Schulbesuch aufgrund des grossen Leistungsdrucks eh schon mit Angst und Stress verbunden – Da braucht es keine weitere Aktivität, die Unruhe und Druck erzeugt.
Oh mein Gott, mögen wir die nötige Gelassenheit und Kraft erhalten, um dieses spukhafte Treiben ertragen zu können; möge die Vernunft nicht vollständig verloren gehen.


Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, 9495 Triese

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