Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Der Freudentag

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan | 20. Mai 2020

Am Montag, den 18. Mai, haben die Kindergärten und Schulen wieder ihren Betrieb aufgenommen. Eine Journalistin und Mutter kommentiert das folgendermassen. «Heute ist ein Freudentag (…) vor allem für uns Eltern. Der Ausnahmezustand hat nach fast zwei Monaten ein Ende. Wir alle bekamen (…) eine Lehrstunde in Selbstorganisation und Prioritäten setzen (…). Diese Zeit werden wir wohl ein Leben lang nicht mehr vergessen (…). Geduld und Durchhaltewillen waren gefragt (…), natürlich hat uns diese Zeit auch unglaublich viel Nerven gekostet (…). Darum lasst auch ihr die Korken knallen, liebe Eltern!»
Nun lehnen Sie sich einen Moment zurück und überlegen Sie sich, was die Dame Ihnen beschrieben hat. Die Rede ist von einem «Ausnahmezustand», von einer «Lehrstunde», von «Geduld und Durchhaltewillen» und von einer Zeit, die «unglaublich viel Nerven gekostet» hat!
Beschreibt hier also jemand seine Zeit als Erzieherin in einem Heim für Schwererziehbare? Nein. Es ist, wie Eingangs erwähnt, das Resümee einer postmodernen Mutter, die sich zwei (!) Monate gezwungenermassen mit ihrem eigenen Fleisch und Blut beschäftigen musste und nun die «Korken knallen» lässt, weil es vorbei ist. Julius Cäsar hätte gesagt: «Etwas ist faul im Staate Dänemark … Sapperlot!»

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung