Leserbrief

Nein zur Mobilfunkantenne in Schellenberg

Ralph Oehri, Urs Elkuch, Schellenberg | 20. Mai 2020

Noch in der Sitzung vom März hat der Schellenberger Gemeinderat beschlossen, dem Mobilfunkanbieter Salt ein gemeindeeigenes Grundstück in der Eschner Rütte zur Verfügung zu stellen, um dort eine Mobilfunkantenne zu errichten. Damit ebnet der Gemeinderat den Weg für den Bau dieser sehr umstrittenen Sendeanlage. Eine vergangenes Jahr durchgeführte Umfrage hat nämlich ergeben, dass rund die Hälfte der Bevölkerung von Vorder- und Unterschellenberg diese Antenne nicht haben möchte. Damit hat die Mehrheit der Gemeinderäte die negativen gesundheitlichen Auswirkungen einer nahegelegenen Mobilfunkantenne und die Bedenken der betroffenen Anwohner weniger stark gewichtet als die Forderung der Befürworter für einen besseren Empfang.
Gemäss dem Bundesamt für Umwelt verdoppelt sich die mit Mobilfunk übertragene Datenmenge jährlich. In den vergangenen Jahren hat die hochfrequente Strahlung in der Umwelt deutlich zugenommen. Mit der von der Mobilfunkindustrie in Zusammenhang mit der Einführung von 5G geforderten Lockerung der Strahlungsgrenzwerte wird die Strahlungsbelastung weiter ansteigen. Eine so nah am Wohngebiet stehende Mobilfunkantenne, wie sie in der Eschner Rütte geplant ist – die nächstgelegenen Häuser sind in nur 50 Meter Entfernung – bringt für die Anwohner eine enorme Mehrbelastung durch Strahlung. Über die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Vor allem elektrosensible Personen und Kinder gehören zu den Risikogruppen. Nicht umsonst zeigen sich viele Eltern besorgt.
Bis Ende 2022 wird das Glasfasernetz in Liechtenstein flächendeckend ausgebaut sein. Mit dem sogenannten WiFi-Calling ist es dann möglich, in jedem Gebäude einen schnellen und qualitativ perfekten Mobilfunkempfang einzurichten. Für die Bewohner von Vorder- und Unterschellenberg, die derzeit noch einen eingeschränkten Mobilfunkempfang zu Hause haben, ist der geplante Mobilfunkmast also nicht mehr zwingend notwendig. Für die Einwohner der weiter oben gelegenen Gemeindegebiete ändert sich mit der Mobilfunkantenne nicht viel, da diese vom Signal der Antenne sowieso nicht abgedeckt werden.
Wir sind der Meinung, dass Schellenberg diese Antenne nicht braucht und dass der Gemeinderat mit dem Ja zu Mobilfunkantenne eine Fehlentscheidung getroffen hat. Deshalb werden wir gegen den Beschluss das Referendum ergreifen.

Ralph Oehri, Urs Elkuch,
Schellenberg

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