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Leserbrief

Wenig erfreuliche Demokratie- spielregeln

Elmar Bürzle Heraweg 29, Balzers | 20. Mai 2020

Man kann nur staunen, welche Brücken- und Tunnelprojekte für die Schienen- und Strasseninfrastruktur die beiden Nachbarländer Schweiz und Österreich in den letzten Jahrzehnten verwirklichten und immer noch in solche Mobilitätsprojekte investieren. Die Schienen- und Strassenarbeiter verdienten nicht nur ihre Brötchen damit, sie gaben dadurch wieder den Dorfgemeinschaften eine erhöhte Wohn- und Lebensqualität durch Fernhalten des Verkehrslärms zurück. In unserem Lande versucht man den umgekehrten Weg. Strassen ausserhalb von Wohngebieten zu sperren und diesen Verkehr in die Dorfzentren zu lenken. Damit wird ein möglicher Verkehrszusammenbruch noch beschleunigt.
Kürzlich schämte sich ein Leserbriefschreiber für die FL-Bahninfrastruktur, die etwa dem Niveau eines Drittweltlandes entspräche. Es ist ihm beizupflichten, wenn er in seiner Aufzählung auch die Bahnbarrieren auf den Hauptverkehrsachsen im Oberland mit einbezieht. Über diese Thematik war in den letzten Jahren in den Zeitungen des Öfteren zu lesen. Nur leider fühlten sich entsprechenden Behörden und Verbände nicht angesprochen, sich dieser Bürgeranliegen öffentlich anzunehmen. Aus der durchgeführten Mobilitätsbefragung durch die Meinungsforschungsinstitute liegen die Bedürfnisse in dieser Hinsicht ebenfalls nicht öffentlich vor. Es entsteht der Eindruck, dass die S-Bahn von Sachthemen befreit ist, bei denen sie mit Strassen im Oberland auf Tuchfühlung kommt. Diese Punkte können sich für die gesamte Verkehrsstrategie, Schiene und Strasse auf gleicher Augenhöhe, zum Stolperstein entwickeln. Die voraussichtliche Volksabstimmung bei Genehmigung des S-Bahn-Projekts von 66,5 Millionen Franken durch den Landtag, wird Klarheit schaffen, wie nah die Volksvertreter ihr Gehör bei den Landesbürgern hatten.
Es geht zu und her wie auf einem Spielfeld. Indem die LGU und der VCL mit Einbindung von Expertisen und der Gerichte den Erfolg anstreben. Gegenüber versucht ein Teil der «Volksvertreter» mit ihrem Agieren die gesteckten Ziele zu erreichen. Die Stimmbürger als Spielball erhalten voraussichtlich die Kompetenz, sich mit Ja oder Nein zu äussern. Als Schwergewicht zum Ausgleich des S-Bahnprojektes müsste nach meinem Dafürhalten gleichzeitig mit den S-Bahnarbeiten zumindest nordseitig die Barrierefreiheit von Schaan nach Buchs erfolgen. Einigkeit herrscht, gleich wie das Spiel ausgeht, dass die gesamten Turnierkosten die Allgemeinheit bezahlt. Hätten die Verantwortlichen der Nachbarländer in den vergangenen 50 Jahren die gleichen Standpunkte vertreten, wie einige FL-Gruppierungen: «Mit neuen Strassen werden die Probleme nicht gelöst» oder «die Autofahrer sind umzuerziehen auf den öffentlichen Verkehr», wohin hätten wir wohl unsere produzierten Güter exportiert, um die liechtensteinische Wirtschaft und Sozialsysteme am Leben zu erhalten? Ein Umerziehen der konsumorientierten Menschen zugunsten der Tier- und Pflanzenwelt sowie des Umweltschutzes müsste in den industrialisierten Ländern weltweit erfolgen. Den Fünfer und das Weggli gibt es für uns Liechtensteiner mit ungebremstem Wachstum auch ohne besser ausgebautes Strassennetz nicht.


Elmar Bürzle
Heraweg 29, Balzers

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