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Leserbrief

Die Urpümper

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 13. Mai 2020

In seinem Buch: «Kurze Antworten auf grosse Fragen», schreibt Stephen Hawking: «Es lässt sich nachweisen, dass Raumzeit umgekehrt gekrümmt werden muss, wenn man ein Wurmloch herstellen will. Gewöhnliche Materie krümme die Raumzeit. Um ein Wurmloch zu erzeugen, muss die Materie (…).» Unter dem Titel: «Weichen für die Zukunft gestellt» berichtet die Zeitung, dass unser Parlament, sagenhafte «neun» Stunden gearbeitet hat, um konkrete Aufträge an die Regierung zur Verkehrszukunft herauszukrümmen. Unter den zwölf Punkten, die nun vorliegen, befinden sich illustre «Schmankerln» und hustenfreundliche Bonmots. Es beginnt mit: «Die Regierung wird beauftragt, den ÖV sowohl betrieblich als auch bezüglich der Infrastruktur gemäss dem Mobilitätskonzept 2030 weiter auszubauen und zu bevorzugen.» Da in dieser gewichtigen Aussage kein eklatanter Unterschied zu Hawking besteht, ist der Vergleich zwingend. Die zwölf Punkte, die nun als «konkrete» Anträge an die Regierung vorliegen und die wir seit 30 Jahren als Wünschelrutendenken kennen, wäre aber etwas, wo keiner seine Lieblingsspeise herauspicken könne, sondern es wäre ein Gesamtpaket. «Wie eine Speisekarte – aber nur ein Gesamtmenü» war zu lesen. Die Regierung soll prüfen, also nicht machen, ob an den Rheinbrücken Bendern und Vaduz noch Luft sei. Wir sagen also dem Schweizer, er müsse die Brücken verbreitern, damit bei uns der Abendverkehr zügiger abfliesse. Da erwidert er uns, wir sollen erst dafür sorgen, dass die Facharbeiter, die wir ihm abgeworben haben, sich in unseren Käffern schneller verteilen, nicht damit sich unser Morgenstau bald bis nach Grabs ausdehnt. Und dem Voradler sollen wir klarmachen, er müsse die Autobahnverbindung zur Schweiz bauen. Wir kämen ihm mit «Stützli» zu Hilfe, falls er zu arm dafür sei. Nur, diese Verbindung wäre längst gebaut, wenn nicht ihre Austrogrünen bockten. Also muss man einfach diese austauschen. Die Österreicher erfolgreichen Grünen sollen die Tunnelspinne verhindern und unsere erfolglosen Grünen die Autobahnverbindung. Dann geigt das Ding. In weiser Ahnung hatte Hawking zum Urknall ein Gummizugverhältnis. Kein Wunder, denn ältere Liechtensteiner wissen noch, dass der Urknall uns gehört. Einst hätte es in dunkler Nacht im Schaaner Riet einen unheimligen «Pump» und einen wahnsinnigen «Klapf» getan, was der Urknall gewesen wäre. Auch für unsere Verkehrszukunft sind zünftige «Urknäller» vonnöten, damit dieses «Gesamtmenü» nicht wieder zum verwurmten Frass mutiert.


Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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