Leserbrief

Lohnfortzahlung bei Kurzarbeit

Fredy Litscher, Gewerkschafts- sekretär Liechtensteinischer ArbeitnehmerInnenverband... | 7. Mai 2020

Als eine der Massnahmen im Rahmen der Coronakrise hat die Regierung die Verordnung über die Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung zum Ausgleich der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus erlassen. Diese ermöglicht es Unternehmen, für die angeordnete vorübergehende Reduktionen der vertraglichen Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmenden Kurzarbeitsentschädigung geltend zu machen. Für den Arbeitsausfall übernimmt die Versicherung 60 Prozent des Lohns, Arbeitgeber und Arbeitnehmende je 20 Prozent. Die Bewilligung von Kurzarbeit durch die Arbeitslosenversicherung beim Amt für Volkswirtschaft entbindet den Arbeitgeber aber nicht von seinen vertraglichen Pflichten gegenüber den Arbeitnehmenden.
Dennoch häufen sich auf unserer Geschäftsstelle Fälle, in denen die Löhne nicht korrekt abgerechnet werden. Diese Arbeitgeber bezahlen unabhängig davon, ob und wie viel die Arbeitnehmenden arbeiten, pauschal 80 Prozent des vertraglichen Lohns. Das ist falsch! Selbstverständlich muss auch während dieser Krise jede geleistete Arbeitsstunde zu 100 Prozent entlohnt werden. Die Kurzarbeitsentschädigung von 80 Prozent bemisst sich alleine nach den nachvollziehbar aufgezeichneten Ausfallstunden. So müssen beispielsweise bei einer aktuell 50-prozentigen Kurzarbeit und 50-prozentiger Arbeitsleistung total 90 Prozent des Lohnes bezahlt werden. Wir appellieren an die Arbeitgeber, sich auch in dieser für alle schwierigen Situation an die gesetzlichen Vorschriften zu halten und die Löhne korrekt zu berechnen.

Fredy Litscher, Gewerkschafts- sekretär Liechtensteinischer ArbeitnehmerInnenverband (LANV)

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