Leserbrief

Die S-Bahn als Tor zur «Welt»

Christian Näff, Oberbühl 41, Gamprin | 6. Mai 2020

Im Leserbrief vom Samstag wurde mir von Herr Züger vorgeworfen, dass ich mich in «herablassendster Weise» über den öffentlichen Verkehr geäussert hätte. Das lasse ich mir als Verfechter und Nutzer des ÖV natürlich ungern sagen. Um es klarzustellen: Der ÖV in Liechtenstein ist in weiten Teilen gut ausgebaut – mit Ausnahme eben der S-Bahn, die für eine gute überregionale Verkehrsanbindung aber notwendig wäre. Dort trifft der Vergleich mit Entwicklungsländern leider zu (siehe Bahnhof Nendeln). Ich stelle nun fest, dass dies vielen – wohl auch Herrn Züger – nicht bewusst ist, weil sie die Infrastruktur vermutlich auch nicht selber nutzen. Insofern kann ich den Besuch des Bahnhofs Nendeln nur nochmals empfehlen. Wenn Liechtenstein aus verkehrstechnischer Sicht erwachsen werden möchte, wird es um den Ausbau der regionalen Verbindungen der S-Bahn nicht herumkommen. Die S-Bahn ist der einzige mittelfristig ausbaubare Verkehrsträger, der eine zuverlässige, komfortable und leistungsfähige Alternative zum Auto darstellt. Das Auto war bis vor einigen Jahren zwar Garant für Unabhängigkeit, wird nun aber selber immer mehr zum Problem (Schadstoffe, Lärm, Staus, Flächenbedarf). Es fällt mir schwer, nachzuvollziehen, dass man sich als Liechtensteiner angesichts des heutigen Pendlerverkehrs willentlich gegen eine Verbesserung des Verkehrsangebots aussprechen kann bzw. ausschliesslich auf den Strassenverkehr setzt. Mag sein, dass die von Herr Züger angesprochene Verbindung Nendeln–Zürich HB (Express) diesbezüglich noch ein Traum ist. Aber, das muss ja nicht so bleiben.

Christian Näff,
Oberbühl 41, Gamprin

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