Leserbrief

Protest gegen Willkür bei Corona

Mario F. Broggi, St. Mamertenweg 35, Triesen | 4. Mai 2020

Ich gestehe, ich bin über 65 Jahre alt und fühle mich noch fit. Ich höre aber jeden Tag: Bleib zu Hause, gehe nicht einkaufen. Angst erzeugend folgt täglich das Mantra unkommentierter Zahlen der Infizierten und Coronatoten. Ich weiss inzwischen, dass die Empfehlung für die über 65-Jährigen, zu Hause zu bleiben, reine Willkür darstellt. Es geht bei einer Gefährdungsbeurteilung primär um gesundheitliche Vorbelastungen (Diabetes, Lunge, Herz-Kreislauf) und nicht um ein konkretes Alter. Ich weiss, dass der Ländervergleich der Infizierten eine Zahlenspielerei darstellt, weil unterschiedlich beprobt wird und die Dunkelziffer mehrere 100 Prozent danebenliegen kann, wie gerade in der Lombardei erkannt. Ich ahne, dass diese Toten kaum an Corona, sondern mit Corona gestorben sind, wie die gesetzlich verpflichtete Nachkontrolle in Hamburg zeigt. Ich wundere mich über die Masken-Diskussion, mit einmal nötig, dann nicht nötig. Ich lerne neue Begriffe kennen wie Reproduktionszahl, Übersterblichkeit und Zweite Welle.
Je grösser die (geschürte) Angst, umso ausgeprägter die Bereitschaft zum Gehorsam. Die Menschen verlangen angesichts des «unsichtbaren» Feindes nach klarer Orientierung. Es ist dies die Stunde einer krisenerprobten Kanzlerin in Deutschland oder eines bayerischen Landesherrn mit klarer Ansage. Und reihenweise schliessen sich andere an, überbieten sich und ihre Popularitätswerte steigen. Während der Pandemie ist es für die handelnden Politiker am sichersten, weitgehende Beschränkungen auszusprechen. Für den Kollateralschaden, der entsteht, sind sie mit all den folgenden Entlassungen, Pleiten etc. kaum verantwortlich zu machen. Auch nicht für die daraus entstehenden Gesundheitsschäden und das Leid. Es fehlt mir an ausgewogenen ganzheitlichen Betrachtungen und nachvollziehbar begründbaren Massnahmen. Je schwächer die wissenschaftliche Grundlage, je drastischer die politischen Erlasse?
Ein grosser Teil des Volkes hat sich selbst entmündigt, obwohl es angeblich der Souverän ist. Das gilt auch für die Parlamente. Ich protestiere gegen meine Entmündigung, ich protestiere dagegen, dass in Europa Grenzen geschlossen sind und keine Perspektive für deren Öffnung besteht. Ich hoffe, dass das Volk umgehend seine Rechte wie-der zurückerhält, je schneller, desto besser.

Mario F. Broggi, St. Mamertenweg 35, Triesen

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