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Leserbrief

Nendeln – Zürich-HB Express

Othmar Züger, Aeulegraben 32, Triesen | 2. Mai 2020

In einem Leserbrief vom 30. April 2020 wird von einer neuen ÖV-Ära mit direkter Zugverbindung von Nendeln bis Zürich-HB geträumt, die mit der noch vor dem erstem Spatenstich schon deutlich über 5 Millionen Franken verplanten S-Bahn von Buchs nach Feldkirch eingeläutet werden soll. Noch teuer wird es werden bis zur Weltstadt Anbindung von Nendeln, so soll diese nur nach Buchs und Feldkirch mit der S-Bahn das Land Liechtenstein über 66 Millionen Franken für deren (Um-)Bau kosten und absehbar mehrere Millionen Franken jährlich für deren Betrieb. Sehr viel Geld für jeweils heute wochentags (angeblich) gut 100 Nutzern zu Stosszeiten in jede Richtung von Buchs nach Feldkirch, bei denen man in unbeirrter Weise weiterhin zu wissen vorgibt, sie werden sich weit mehr als verzehnfachen nur mit ein paar Kilometer neuer Doppelspur, längeren Bahnsteigen und einem ganztägigen Halbstundentakt.
Es muss einer Wohlstands-Blindheit zugeschrieben werden, wie in diesem Leserbrief in herablassendster Weise der heutige öffentliche Verkehr in Liechtenstein als «zum Schämen» bezeichnet wird, man habe eine «Fahrplandichte und Infrastruktur eines Drittweltlandes». Nach nun weit über zehn Jahren Abklärungen und Planung scheint man immer noch keine stichhaltigen Argumente für diese S-Bahn gefunden zu haben, wenn man zu derart abstrusen Aussagen greifen muss, um politische Werbung für diese zu machen.
Bis zur Weltstadt-Anbindung wird man sich in Nendeln mit der S-Bahn noch mit viel Profanerem abfinden müssen. Ein Nutzer unseres angeblich beschämenden «ÖV auf Drittwelt-Niveau» von Nendeln Oberwiesen nach Vaduz Zentrum braucht heute 16 Minuten mit dem LIEmobil-Bus, im Halbstundentakt versteht sich, in beide Richtungen. Mit der neuen S-Bahn wird die gleiche Reise wohl in etwa so abgehen: erst mit dem Ortsbus von Oberwiesen zum S-Bahnhof Nendeln, dann mit der neuen S-Bahn nach Schaan-Zentrum, und von da erneut umgestiegen mit dem Bus nach Vaduz. Mit zweimaligem Umsteigen und jeweiligen Abwarten der Anschlüsse wird das gut und gerne 30 bis 40 Minuten dauern, also sicher zwei- bis fast dreimal so lange wie mit heutigem Bus. Damit wären wir dann tatsächlich dem ÖV «wie in einem Drittweltland» etwas näher gerückt. Dank der S-Bahn liesse es sich dafür aber in einer neuen ÖV-Ära fühlen, in der ganz Liechtenstein von Balzers über Triesenberg bis Ruggell und Schellenberg von Direktzügen zwischen dem neuen Unterländer «Verkehrsknotenpunkt» Nendeln S-Bahnhof und dem Grossstadt Bahnhof Zürich-HB träumen kann.

Othmar Züger, Aeulegraben 32, Triesen

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