Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Masken schützen!

Herbert Elkuch, Thomas Rehak, Erich Hasler (DpL) | 28. März 2020

Das Coronavirus hat uns fest im Griff. Bei der Begrenzung des wirtschaftlichen Schadens wurde rasch und richtig gehandelt. Hingegen fehlt in der Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus immer noch eine konsistente Strategie. Wir weisen seit Längerem auf die unzulänglichen Massnahmen hin. Auch Dr. med. Rainer Wolfinger ist dieser Meinung («Volksblatt», 26. März). Ein anderer Leserbriefschreiber ist schockiert, dass Kunden in Lebensmittelläden immer noch von Bedienpersonal ohne Mundschutz bedient werden.
Die Regierung hat es bisher unterlassen, die Rolle von Masken in der Infektionsprävention zu betonen, möglicherweise, weil Gesichtsmasken praktisch überall ausverkauft waren. Das Beispiel von Südkorea zeigt jedoch, dass mit dem Tragen von Gesichtsmasken die Verbreitung des Virus stark verlangsamt werden kann. In Südkorea begann die Ausbreitung des Coronavirus am 19. Feb­ruar. Ab 1. März verkaufte der Staat Südkorea seinen Bürgern Millionen von Gesichtsmasken. Bereits am 5. März nahm die Zahl der neu Infizierten ab und verharrt seit dem 12. März auf tiefem Niveau.
Wir werden lernen müssen, mit dem Coronavirus zu leben, ein Ausrotten des Virus wird uns in den kommenden Monaten kaum gelingen. Allerdings können wir es uns nicht leisten, die Wirtschaft über viele Monate lahmzulegen. Neben der Einhaltung der bisherigen Verhaltensregeln sollte deshalb das Tragen von Masken empfohlen werden. Für Personen, die berufsbedingt mit vielen Menschen in Kontakt kommen, wie zum Beispiel Personal an Schaltern, Kassen, Buschauffeure etc., sollte das Tragen von Masken Pflicht sein, denn zwischen Ansteckung und ersten Symptomen der Krankheit können mehrere Tage vergehen. In dieser Zeit können viele andere Personen angesteckt werden.
Wichtig ist, bereits jetzt eine Strategie zu entwickeln, wie der Weg zurück ins normale (Wirtschafts-)Leben gelingen kann. Dazu müssen die Testkapazitäten massiv ausgebaut werden. Auch Tests auf Antikörper müssen mittelfristig bereitgestellt werden, um immune Personen herauszufiltern.
Das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit und bei der Arbeit, bei unvermeidlichen Kontakten mit anderen Personen, reduziert die Ausbreitung des Virus. Die koreanische Direktorin des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention sieht das Tragen von Masken der Klasse FFP1 für normale Bürger bereits als ausreichend an (FFP1 filtert bis zu 80 Prozent an Partikeln über 0,6 Mikrometern). Da vonseiten des Landes bisher keine Anstalten gemacht wurden, Gesichtsmasken für die Bevölkerung bereitzustellen, planen wir eine Sammelbestellung von Gesichtsmasken der Klassen FFP1 und FFP2 (sog. chirurgische Masken) für die Einwohner Liechtensteins direkt bei einem Hersteller in China. Masken der Klasse FFP2 sind hochwertig und können auch für andere Zwecke in Industrie und Gewerbe verwendet werden. Wer (Privatpersonen, Gewerbe, Industrie, Gemeinden) Interesse an Masken hat, kann sich bei uns melden (erich.hasler@landtag.li, thomas.rehak@landtag.li oder herbert.elkuch@landtag.li).

Herbert Elkuch, Thomas Rehak, Erich Hasler (DpL)

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter